Grossoverband wirft Bauer Geldforderung vor

Dienstag, 09. März 2010
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Neue Runde im ewigen Streit zwischen Bauer und den Grossisten: Der Bundesverband Presse-Grosso erhebt neue Vorwürfe gegen den Familienverlag. Der Verband teilt mit, ihm lägen Informationen vor, wonach die zur Bauer Media Group zählende Bauer Vertriebs KG (VKG) "mindestens in einem Fall die Rückgabe des seit März 2009 laufenden Eigenvertriebs in Elmshorn und Stade an selbstständige Presse-Grossisten von der Zahlung einer sechsstelligen Summe an die Konzerntochter Presse Vertrieb Nord (PVN) abhängig gemacht hat". Dieses Vorgehen von Bauer stelle den medienpolitischen Konsens in Frage: „Es ist aus Sicht des Grosso-Verbandes nicht akzeptabel."

Hintergrund: Bauer hatte den Grossisten Grade (Elmshorn) und Mügge (Stade) die Belieferungsrechte mit ihren Titeln im Frühjahr 2009 gekündigt und den PVN in diesen Gebieten eingesetzt. In erster Instanz hatten die Grossisten, die daraufhin klagten, die Prozesse vor den jeweiligen Landgerichten gewonnen, im Berufungsverfahren vor den Oberlandesgerichten Celle und Schleswig gewann Bauer. Nun steht das Revisionsverfahren beim Bundesgerichtshof noch aus.

Der Grossoverband setzt weiterhin auf Gespräche mit der Geschäftsführung der Bauer Media Group. Der zweite Politische Runde Tisch mit Repräsentanten des BDZV, VDZ sowie dem BKM und dem Bundeswirtschaftsministeriums vor wenigen Wochen habe „große Erwartungen" geweckt. Diese Gespräche würden jedoch durch die Aktivitäten der VKG „nachhaltig belastet". Die Bitte um ein Statement beantwortet Bauer wie folgt: "Eine Stellungnahme erübrigt sich schon deshalb, weil es die betreffende Thematik schlichtweg nicht gibt. Insbesondere gab es keine Forderungen oder sonstige Verhandlungen", so der Verlag. se
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