Grosso wettert gegen Misch-Fusion

Mittwoch, 09. Dezember 2009
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Der Bundesverband Presse-Grosso will die Ausbreitung von verlagsgebundenen Grossisten verhindern. Konkreter Fall: Das Mitgliedsunternehmen Roth + Horsch in Weiterstadt will mit dem verlagsbeteiligten Presse-Vertrieb Pfalz in Frankenthal fusionieren. An dem Presse-Vertrieb Pfalz sind Verlage mehrheitlich beteiligt, darunter internationale Medienkonzerne. Laut Grosso wollen die Verlage auch an dem fusionierten Unternehmen weiterhin „maßgeblich beteiligt" sein. „Damit würde sich das Tätigkeitsgebiet eines Grosso-Unternehmens mit Verlagsbeteiligung deutlich ausweiten", schreibt der Grosso-Verband in einer Erklärung. Die Verlagsgesellschafter hätten erheblichen Einfluss auf die neue Gesellschaft, selbst wenn die Kapitalbeteiligungen im Vergleich zum Presse-Vertrieb Pfalz prozentual vermindert würden.

Hintergrund: Aufgrund seit Jahren sinkender Abverkaufszahlen im Presseinzelhandel und geringen Margen sehen sich viele Grossisten gezwungen, zu fusionieren. Der Verband legt wert darauf, dass die Unternehmen selbstbestimmt über mögliche Kooperationspartner entscheiden. Außerdem soll vermieden werden, dass sich über Zusammenschlüsse Grossisten mit Verlagsbeteiligungen weiter ausbauen.

Daher will die Interessensvertretung der Pressegroßhändler „alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die geplante Mischfusion zu verhindern". Der Bundesverband plant beim Bundeskartellamt seine Beiladung zum Verfahren beantragen. Er beruft sich dabei auf die gerne immer wieder zitierte „Gemeinsame Erklärung" von 2004. Darin haben die Verlage erklärt, dass sie keine Ausdehnung des verlagsbeteiligten Presse-Grossos beabsichtigen. se
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