Grosso-Verband wirft Bauer "Cherry Picking" vor

Dienstag, 29. November 2011
Der Grosso-Verband wehrt sich gegen die Vorwürfe von Bauer
Der Grosso-Verband wehrt sich gegen die Vorwürfe von Bauer

Auf die neuerlichen Vorwürfe der Bauer Media Group im Streit um sein zentrales Verhandlungsmandat reagiert der Grosso-Verband nun seinerseits mit via Pressemitteilung verbreiteten Statements. Bauer verdrehe die Tatsachen und lenke von den medienpolitischen Gefahren für die Pressevielfalt an der Ladentheke ab, so der Verband: Der "marktbeherrschende Verlag" habe durch seine Grosso-Kündigungen und die Klage gegen den Verband "den Branchenkonsens verlassen". Hierzu gehörten auch die Beschränkung von Kündigungen auf begründete Ausnahmefälle und die gebietsbezogene Alleinauslieferung.

Bauer versuche mit seiner These der Differenzierung der Konditionen und Leistungen des Presse-Grosso "Cherry Picking" zu betreiben. Der Verband nehme die zentrale Verhandlungsführung für branchenweit geltende Konditionen und Leistungen nicht als Selbstzweck wahr, sondern handele vielmehr im Auftrag der Grossisten und in der Verantwortung des Gesamtsystems. „Die Vorwürfe der Bauer Media Group, der Verband missbrauche  sein Verhandlungsmandat, sind haltlos und werden nicht begründet", heißt es.

Tatsächlich führten viele Einzelgespräche des Verbandes mit allen Verlagen zu einer branchenweit einheitlichen Konditionentabelle mit für alle - jeweils vergleichbare - Titel homogenen und transparenten Konditionen. "Differenzierte Verhandlungen mit einzelnen Grossisten in Verbindung mit dem Damoklesschwert einer ordentlichen Kündigung führen dazu, dass die Interessen der Großverlage sich eher durchsetzen", so der Grosso-Verband. Rechtlich sei ein Verlag als Preisbinder und soweit er - wie Bauer - marktbeherrschend ist auch als solcher zur Gleichbehandlung verpflichtet.

„Die provokativen öffentlichen Erklärungen des Verlages schaden sachlichen Gesprächen und erschweren die Bemühungen um die Wiederherstellung eines Branchenkonsens", so der Verband. Wenn Bauer „ohne Wenn und Aber zum Grosso-System stehen würde, das der Verlag selbst mit aufgebaut hat und von dessen publizistischen und wirtschaftlichen Vorteilen ... er bis heute profitiert, dann wäre es konsequent, das Verfahren vor dem Landgericht Köln einzustellen und der Gemeinsamen Erklärung wieder beizutreten". rp
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