Grosso: Gruner+ Jahr moniert Benachteiligung von Monatstiteln

Dienstag, 03. März 2009
Olaf Conrad: "Das System gefährdet die Pressefreiheit"
Olaf Conrad: "Das System gefährdet die Pressefreiheit"

Gegen die neuen Konditionen des Bundesverbandes Presse-Grosso für den Vertrieb von Zeitschriften regt sich Widerstand. So hält unter anderem Guner + Jahr das neue System für "nicht marktreif". Vor allem die Benachteiligung von Monatstiteln ist den Hamburgern und einigen anderen Verlagen ein Dorn im Auge. "Eine Bonusregelung ausschließlich auf Basis des Jahresumsatzes führt zu einer deutlichen Schlechterstellung von Titeln mit niedrigerer als wöchentlicher Erscheinungsfrequenz und Special Interest-Titeln", moniert Olaf Conrad, Geschäftsführer der G+J-Tochter Deutscher Press-Vertrieb (DPV). "Gerade dies sind aber häufig hochwertige Magazine für gehobene Zielgruppen. Dieses System würde die Pressevielfalt deutlich einschränken. Und damit die Pressefreiheit gefährden."

Auch der Bauer Verlag hat den neuen Konditionen bislang nicht zugestimmt: "Die Verhandlungen laufen noch", heißt es bei Bauer: "Wir haben dem Vorschlag des Grosso Vorstandes für die neuen Konditionen ab dem 1. März 2009 nicht zugestimmt, sondern stattdessen 71 Grossisten direkt als Geschäftspartner neue Konditionen angeboten. Die weitere Entwicklung hängt nun von deren Reaktionen ab", so Heribert Bertram, Bereichsleitung Handel beim Bauer-Vertrieb gegenüber HORIZONT.NET. Auch der Ehapa Verlag und die WAZ-Gruppe haben den neuen Bedingungen bislang nicht zugestimmt.

Mehrere große Verlage, darunter Axel Springer, Hubert Burda Media, Klambt und der Spiegel-Verlag, haben sich dagegen mit dem Bundesverband Presse-Grosso auf neue Konditionen geeinigt, die zum 1. März in Kraft getreten sind. dh
Meist gelesen
stats