Grosso: Einigung mit Bauer und Gruner + Jahr steht aus

Montag, 02. März 2009
Presse-Grosso-Chef Kai-Christian Albrecht
Presse-Grosso-Chef Kai-Christian Albrecht

Der Bundesverband Presse-Grosso unter Vorsitz von Kai-Christian Albrecht hat sich mit mehreren großen Verlagen wie Axel Springer, Burda, Klambt, Spiegel-Verlag und Jahreszeiten-Verlag auf neue Konditionen und Leistungen für den Zeitschriftenvertrieb geeinigt. Diese sind mit Datum vom 1. März in Kraft getreten. Für Irritationen hat die Pressemitteilung des Grosso-Verbandes jedoch bei den Großverlagen Bauer und Gruner + Jahr gesorgt - denn beide haben nach eigenen Angaben noch nicht unterschrieben und haben dies zu den vorliegenden Konditionen auch nicht vor. "Die Verhandlungen laufen noch", heißt es bei den Hamburger Häusern. "Wir haben dem Vorschlag des Grosso Vorstandes für die neuen Konditionen ab dem 1. März 2009 nicht zugestimmt, sondern stattdessen 71 Grossisten direkt als Geschäftspartner neue Konditionen angeboten. Die weitere Entwicklung hängt nun von deren Reaktionen ab", so Heribert Bertram, Bereichsleitung Handel beim Bauer-Vertrieb gegenüber HORIZONT.NET. Damit wird ein einheitlicher Branchenvertrag immer unwahrscheinlicher. Der alte - noch einheitliche - Vertrag lief Ende Februar aus, seit Wochen feilschen die Parteien erbittert um die neuen Konditionen.

 Im Gegensatz zu Bauer ist sich Axel Springer mit dem Grosso einig geworden und hat für "Bild", für die laut Grosso auch in der Vergangenheit schon Extra-Vereiinbarungen gegolten haben, eine Neuregelung der Vertriebskonditionen ausgehandelt. Springer-Vorstand Andreas Wiele hatte im Vorfeld der Verhandlungen vom Grosso mehr Beweglichkeit und einen Beitrag zu den aktuellen Sparbemühungen der Verlage gefordert.  „Ich appelliere an das deutsche Grosso, seinen Teil dazu beizutragen, die Zukunft der gedruckten Presse zu sichern", so Wiele Ende Januar m HORIZONT-Interview.

Laut Grosso sind nun ein markt- und kundenorientierter Leistungskatalog, eine den Umsatz stärker gewichtende einheitliche Rabatt-Tabelle sowie ergänzende Regelungen, unter anderem für Neutitel und Sonderhefte Bestandteil der Einigung mit den genannten Verlagen. "Die bundesweit 73 Presse-Grossisten unterstützen damit die Verlage nachhaltig bei der Anpassung der Vertriebskosten", so das Grosso. Beide Seiten betonen außerdem das Festhalten an dem Vertriebsystem. pap/rp
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