Grey entlässt seine Kreativchefs

Mittwoch, 15. Februar 2012
Ende einer Dienstfahrt mit CEO Hupertz: Henke (l.) und Reeb (r.) müssen Grey verlassen
Ende einer Dienstfahrt mit CEO Hupertz: Henke (l.) und Reeb (r.) müssen Grey verlassen


Bei Grey Worldwide in Düsseldorf hat es geknallt: Nach nur einem Jahr Zusammenarbeit trennt sich die WPP-Tochter schon wieder von ihren beiden Kreativchefs Andreas Henke und Sacha Reeb. Das wurde den Mitarbeitern heute bei einer Betriebsversammlung mitgeteilt.
CEO Christian Hupertz bestätigt die Trennung, will sich zu den Hintergründen aber nicht weiter äußern. "Es hat einfach nicht gepasst", erklärt der Agenturchef gegenüber HORIZONT.NET. Dass Hupertz und die beiden Kreativen nicht gut harmonieren, hatte sich schon länger abgezeichnet. Offenbar gab es massive Differenzen darüber, wie das Profil der Agentur zu schärfen sei. Während Henke und Reeb dem Vernehmen nach gerne radikaler vorgegangen wären, sah sich Hupertz mit dem Vorwurf konfrontiert, zu zögerlich und führungsschwach zu agieren. Nicht zuletzt deshalb ist es am Ende zum Bruch gekommen.

Zusätzlich angeheizt wurde die Situation wohl durch eine anonyme Mail, die seit kurzem die Runde macht und in der sowohl CEO Hupertz als auch Gruppenchef Uli Veigel attackiert werden.

Fest steht: Nach der Entlassung von Henke und Reeb muss sich die WPP-Tochter schon wieder eine neue kreative Führung suchen. Vor dem Einstieg der beiden Kurzzeit-Amtsinhaber war der Däne Per Pedersen vom Network als Kreativchef von Grey in Düsseldorf eingesetzt worden - allerdings blieb auch er nur kurze Zeit. Auch über ihn hieß es damals, er habe nicht ins Team gepasst.

Laut Auskunft von Grey ist bereits ein neuer Kreativchef gefunden. Sein Name soll in Kürze bekanntgegeben werden. Der Wechsel an der Spitze der Kreation trifft die ohnehin nicht gerade erfolgsverwöhnte Agentur in einer besonders schwierigen Phase. Durch die Insolvenz des Großkunden Schlecker wurde ein größeres Loch in die Budgetplanung gerissen. Beobachter gehen davon aus, dass es in diesem Zusammenhang auch bei Grey zu Stellenstreichungen kommen wird. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 7/2012 vom 16. Februar        
Meist gelesen
stats