Grey: Drei Top-Manager gehen

von Mehrdad Amirkhizi
Montag, 25. Februar 2013
Christian Hupertz ...
Christian Hupertz ...

Turbulenzen bei Grey in Düsseldorf. Nach Informationen von HORIZONT.NET werden Werbeagenturchef Christian Hupertz, Kreativchef Roland Vanoni und Finanzchef Andreas Janssen die Agentur verlassen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht, die Information kann aber als sicher gelten.

Der Ausstieg von Hupertz kommt nicht überraschend. Nachdem Ende vorigen Jahres mit Dickjan Poppema ein neuer Gruppenchef installiert worden war, war abzusehen, dass Hupertz - seit 2010 an Bord - nicht bleiben wird. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass er keine große Lust mehr auf Networks hat und offenbar schon länger nach einer neuen Perspektive sucht. Ob er die bereits gefunden hat, ist unklar. Sicher scheint dagegen, dass Hupertz die Agentur schon bald verlassen wird.
... Roland Vanoni ...
... Roland Vanoni ...
Bei Kreativchef Vanoni, seit genau einem Jahr im Amt, liegen die Dinge etwas anders. Er plant bereits seit einiger Zeit, aus privaten Gründen nach Brasilien zu gehen. Diesen Schritt will er jetzt vorziehen und hat seinen Vertrag gekündigt. Da er eine sehr lange Kündigungsfrist hat, dürfte er die Agentur aber kaum vor Jahresende verlassen. Heikel: Vanoni ist ein wichtiger Ansprechpartner für den Großkunden Allianz.

Noch mal anders verhält es sich offenbar bei CFO Janssen. Bei ihm ist nicht ganz klar, inwieweit die Entscheidung, die Agentur zu verlassen, von ihm ausgegangen ist. Er ist ebenfalls seit dem vorigen Jahr an Bord und scheint mit den Managementkollegen nicht immer gut klargekommen zu sein.

Wie auch immer: Die Personalien kommen für Gruppenchef Poppema zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach außen sieht es so aus, als würde die bisherige Führung Reißaus nehmen, kaum dass der frühere CEO Uli Veigel nicht mehr das Sagen hat. Jedenfalls dürfte sich das Umfeld von Veigel die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Situation so darzustellen. Veigel hatte die Gruppe seit 2004 geführt. Er wollte die Agentur kreativer ausrichten, hat dabei aber das Profil von Grey im Bereich Markenführung und Strategie aufgeweicht.

... und Andreas Janssen gehen (Fotos: Grey)
... und Andreas Janssen gehen (Fotos: Grey)
Neben den persönlichen Motiven der drei jetzigen Aussteiger stellt sich vor allem die Frage nach den Perspektiven von Grey. Die Europa-Zentrale in London scheint wieder mehr Einfluss zu nehmen. Offenbar nicht ohne Grund: Die Zahlen sollen alles andere als rosig sein. Die WPP-Agentur muss sparen. Bei Hupertz kommt hinzu, dass in der neuen Konstellation kaum Platz für zwei CEOs ist. Wenn der neue Mann Poppema etwas bewegen will, muss er auch die Führung der Werbeagentur übernehmen, zumal die Gruppe in den letzten Jahren ohnehin deutlich kleiner geworden ist.

Ob die zuletzt erzielten Etatgewinne daran etwas ändern können, muss sich zeigen. Neben NRW Bank hat Grey das Online-Mandat von C&A, den Etat der GKL für ein neues Lotterieprodukt, das im Herbst auf den Markt kommen soll, sowie einen Etat von Boehringer Ingelheim für ein neues Medikament gewonnen. mam     
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