Grey-Chef Uli Veigel wird abgelöst / Nachfolger wird Dickjan Poppema

von Mehrdad Amirkhizi
Freitag, 14. Dezember 2012
Der Zeitpunkt der Wachablösung kommt überraschend
Der Zeitpunkt der Wachablösung kommt überraschend

Man traut sich ja kaum noch, den Begriff zu verwenden. In diesem Fall ist er aber mehr als angemessen. Denn das, was sich bei der Grey-Gruppe abzeichnet, ist mindestens ein Paukenschlag. Uli Veigel, seit 2004 CEO der WPP-Tochter im hiesigen Markt, wird mit sofortiger Wirkung abgelöst. Das bestätigt er gegenüber HORIZONT.NET. Neuer CEO von Grey in Deutschland wird dem Vernehmen nach Dickjan Poppema, Ex-Chef von BBDO Düsseldorf und Wensauer & Partner. Veigel soll in Zukunft internationale Aufgaben im Netzwerk übernehmen. Als Executive Vice President, Managing Director, Global Client Services wird er sich zunächst vor allem um den vor kurzem gewonnenen US-Kunden General Electric Healthcare MR (Magnetresonanz) kümmern, für den er zentraler Ansprechpartner ist. Auch dem BDZV, dessen Etat für eine nationale Zeitungskampagne Grey vor kurzem gewonnen hat, will er weiter zur Verfügung stehen.

Der Zeitpunkt der Wachablösung kommt überraschend, offenbar auch für den bisherigen CEO. Erst Anfang voriger Woche hatte Veigel bei der traditionellen Jahrespressekonferenz von Grey die Bilanz für 2012 und die Pläne für das kommende Jahr vorgestellt. Von einem unmittelbar bevorstehenden CEO-Wechsel war dabei nichts zu spüren. Nach Informationen dieser Redaktion war ein Headhunter aber schon länger damit beauftragt, einen Nachfolger für Veigel zu suchen.

Neuer CEO wird Dickjan Poppema
Neuer CEO wird Dickjan Poppema
Wie es aussieht, haben die Verantwortlichen in der Londoner Europa-Zentrale sowie im New Yorker Headquarters die Geduld mit der deutschen Niederlassung und deren Führung verloren. Zwar nennt Grey keine Umsatz- und Ertragszahlen. Die Agentur hat 2012 aber rund 3 Prozent ihres Umsatzes verloren, nicht zuletzt wegen der Pleite des Kunden Schlecker.

Die einstige Nummer 2 im deutschen Markt ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft. Aktuell beschäftigt sie rund 380 Mitarbeiter, deutlich weniger als Inhaberagenturen wie Serviceplan und Jung von Matt, aber auch als die WPP-Schwester Scholz & Friends. Hinzu kommt, dass die unter Veigel-Vorgänger Bernd Michael klar positionierte Agentur erkennbar an Profil verloren hat.

Was der jetzige Wechsel für das verbliebene Managementteam heißt, wird sich zeigen. Kreativchef Roland Vanoni gilt als enger Vertrauter Veigels. Ob Christian Hupertz, CEO der Werbeagentur Grey Worldwide in Düsseldorf, an Bord bleibt, muss man sehen. Er gilt schon seit einiger Zeit nicht mehr als der größte Network-Fan. Digitalchef André Schieck ist erst vor kurzem zum Standort-COO berufen worden.

Der neue Gruppen-CEO Poppema, 49, war zuletzt als freier Marketingberater tätig. Vor seiner Zeit bei BBDO und Wensauer arbeitete er für die Frankfurter Agentur Leo Burnett. Dorthin wechselte Poppema seinerzeit von Kundenseite – nach Stationen im Marketing von Kraft Jacobs Suchard und bei TUI. mam
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