Gratiszeitung 20 Minuten Köln erringt Teilsieg

Donnerstag, 03. Februar 2000

Nachdem der norwegische Schibsted-Konzern im Streit um das Erscheinen seiner Gratiszeitung "20 Minuten Köln" mit der Verhängung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 200.000 Mark durch das Berliner Landgericht einen Rückschlag erlitten hat, konnte der Konzern jetzt vor dem Kölner Landgericht einen Teilsieg erringen: Das Gericht hat den vom Verlag DuMont Schauberg gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen das Erscheinen von "20 Minuten Köln" abgelehnt. Wieder aufgelegt wird die Print-Version von "20 Minuten Köln" jedoch aufgrund der in Kraft befindlichen einstweiligen Verfügung des Axel-Springer-Verlags vorerst nicht. Über die einstweilige Verfügung des Axel-Springer-Verlags wird das Berliner Kammergericht am 11. Februar in zweiter Instanz entscheiden. Das Gericht wird sich in den nächsten Tagen zudem mit Schibsteds Einspruch gegen das vom Berliner Landgericht verhängte Ordnungsgeld auseinandersetzen müssen. Klaus Kelle, Chefredakteur von "20 Minuten Köln", hofft auf eine für Schibsted positive Entscheidung des Berliner Kammergerichts. "Wir brennen natürlich darauf, zum journalistischen Wettbewerb zurückzukehren, statt uns ständig in den Gerichtssälen mit juristischen Argumenten auseinandersetzen zu müssen", erklärt er. Die Ankündigung von DuMont Schauberg, in Oslo mit einer kostenlosen Tageszeitung auf den Markt zu gehen, hat Kelle gelassen aufgenommen. Schibsted freue sich "auf den Wettbewerb mit einem neuen Herausforderer", so Kelle. "Anders als DuMont das in Köln praktiziert, werden sich die Schibsted-Zeitungen in Oslo allerdings auf den journalistischen Wettbewerb konzentrieren, statt Gerichte zu bemühen."
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