Gottschalk startet im Januar bei der ARD / "Keine Schnellschüsse"

Freitag, 16. September 2011
Gottschalk live dürfte um 19.20 Uhr starten
Gottschalk live dürfte um 19.20 Uhr starten

Thomas Gottschalk, der seniore Hoffnungsträger für den Vorabend im Ersten, startet im Januar mit seiner täglichen Show. Um dem 61-jährigen Entertainer Platz zu machen, muss das gerade modifizierte Programmschema nochmals umgebaut werden. "Es wird an der einen oder anderen Stellschraube gedreht werden müssen", sagt Uwe Esser, beim Vermarkter ARD Werbung Sales & Services verantwortlich für die Vermarktung des Ersten, im HORIZONT-Interview.

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Schneiderbanger und Esser im Interview in HORIZONT 37 vom 15. September 2011.

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Die DPA geht davon aus. dass die erste Sendung von "Gottschalk live" - so der derzeit gehandelte Name - am 23. Januar laufen wird. Der Sendeplatz dürfte nach HORIZONT-Informationen um 19.20 Uhr liegen. Während "Das Wetter" um 19.50 Uhr und die "Börse im Ersten" um 19.55 Uhr nicht von Gottschalk tangiert werden sollen, steht "Wissen vor 8" mit Rangar Yogeshwar zur Disposition. "Wie ,Wissen vor 8' im kommenden Jahr im Programm verankert wird, ist meines Wissen noch Thema der internen Gespräche", sagt Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin der AS&S.

In der Ankündigung, dass Gottschalk bei der ARD unter Vertrag geht, hatte es noch geheißen, der Noch-"Wetten, dass...?"-Moderator werde vor der "Tagesschau" um 20 Uhr senden. Derzeit erzielt die ARD jedoch den Großteil ihrer TV-Werbeumsätze in der Viertelstunde vor 20 Uhr, die mit ihren vielen Häppchen-Sendungen viele Möglichkeiten für Sonderwerbeformen bietet. Die Zeitschiene rettet den Vermarkter AS&S auch seit Jahren über den schwachen restlichen Vorabend hinweg. Im 1. Halbjahr liegt das Erste laut Esser mit 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar deutlich im Plus.

Die Gemeischaftsredaktion Vorabend hat viel versucht, um den alten Sendeplatz von Serien wie "Berlin, Berlin" um 18.50 Uhr aufzuwerten - erfolglos. Weder die Make-Over-Show mit Bruce Darnell noch die Telenovela "Eine für alle" vermochte Zuschauer zu binden.

AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger
AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger
Das nun gültige Programmschema setzt um 18.50 Uhr auf aufwendig produzierte humoristische Krimiserien, deren Dachmarke "Heiter bis tödlich" heißt. Die ARD orientiert sich dabei am ZDF, das seit Jahren von montags bis freitags mit der Krimiserie "Soko" in verschiedenen Regionen Deutschlands auf Verbrecher - und Zuschauerfang geht. Mit dem Start von Gottschalk, über dessen Gehalt in den vergangenen Wochen viel spekuliert wurde, werden die ARD-Krimis jedoch wahrscheinlich um 20 Minuten nach vorne rücken, also auf 18.30 Uhr. Die seit dem Ende der Daily-Soap "Marienhof" verlängerte "Verbotene Liebe" dürfte dann wieder auf die Zeit von 18 Uhr bis 18.30 Uhr begrenzt werden.

Die Erwartungen an "Heiter bis tödlich" sind hoch. Sie sollen ähnlich reüssieren, wie das "Großstadtrevier", das montags 11 Prozent Marktanteil erreicht. Von einem Scheitern will Schneiderbanger nichts wissen. "Die neue Programmstruktur ist natürlich langfristig angelegt. Das sind keine Schnellschüsse", sagt Schneiderbanger. pap
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