Google wirbt mit Printanzeige für umstrittenen Dienst Street View

Donnerstag, 12. August 2010
Die Anzeige von Google für Street View (Zum Vergrößern bitte anklicken)
Die Anzeige von Google für Street View (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Die Skepsis der Nutzer ist groß. Um das Vertrauen der Bundesbürger für Street View zu gewinnen, greift Google auf ein für ihn ungewöhnliches Medium zurück und startet heute eine Printkampagne. Auf der doppelseitigen Anzeige beantwortet der Internetgigant fünf Fragen zum umstrittenen Straßenfotodienst. Diese lauten: Was genau macht Google eigentlich? Womit verdient Google sein Geld? Was genau ist Street View? Wozu brauche ich Street View überhaupt? Inwieweit berührt Street View meine Privatsphäre? Neu ausgedacht hat sich Google die Fragen und Antworten nicht. Sie stehen bereits auf der Website von Street View. Auch die Aufmachung des Motivs hat das Unternehmen vom Onlineauftritt übernommen.

Zu sehen ist das doppelseitige Motiv heute im "Stern". Schaltungen in der "WAZ", "Rheinische Post", "Süddeutsche Zeitung", "Hamburger Abendblatt", "Bild", "FAZ", "Welt", "Spiegel" und "Die Zeit" folgen. Die Kreation der Anzeige stammt von Kolle Rebbe, Hamburg. Die Mediaschaltung erfolgte inhouse.

Warum Google Printmedien für die Werbung nutzt? "Wir haben erkannt, dass es einige Missverständnisse gibt, und wir wollen die Vorteile von Street View näher erläutern - wie man es nutzen kann und wie wir die Privatsphäre der Bürger schützen. Deshalb haben wir diese neue Initiative gestartet", so Sprecherin Lena Wagner gegenüber HORIZONT.NET.

In der Anzeige betont Google erneut, dass der Konzern keine persönlichen Daten zum Verkauf sammelt. Google finanziere sich ausschließlich über Werbung. Die genaue Adresse, auf denen Skeptiker gegen die Aufnahme ihres Hauses Einspruch erheben können, ist dagegen nicht vermerkt. Auch der genaue Starttermin fehlt.

Google will Anfang kommender Woche eine neue, zusätzliche Meldefunktion auf Google.de/streetview bereitstellen, über die Mieter und Eigentümer Google auffordern können, ihr Haus auf den Satellitenbildern unkenntlich zu machen. Einwohner der 20 deutschen Städte, die vom Start an mit dabei sind, können diese Möglichkeit vier Wochen lang nutzen. Dann wird die Funktion geschlossen, "um Google ausreichend Zeit für die Bearbeitung der Anträge zu geben", so der Konzern. Anträge, die sich auf Gebiete außerhalb der ersten 20 Städte beziehen, können danach weiterhin eingereicht werden. jm
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