Google wehrt sich gegen "Hamburger Erklärung"

Donnerstag, 16. Juli 2009
Die Hamburger Erklärung
Die Hamburger Erklärung
Themenseiten zu diesem Artikel:

Google Internetriese Josh Cohen EU-Kommission


Erstmals äußert sich ein Vertreter des Internetriesen Google zur "Hamburger Erklärung", mit der Verleger ihr geistiges Eigentum im Internet vor allem vor der gewerblichen Nutzung durch Suchmaschinenbetreiber schützen wollen. "Die Wahrheit ist, dass die Publisher, wie alle anderen Content-Inhaber, die volle Kontrolle darüber haben, welche Inhalte sie im Web zur Verfügung stellen, wer darauf zugreifen kann und zu welchem Preis", schreibt Josh Cohen, Senior Business Product Manager bei Google, im Unternehmens-Blog. Mithilfe einfacher Programmierungsbefehle können der Betreiber einer Website verhindern, dass seine Inhalte von einer Suchmaschine durchforstet werden.

Zudem wehrt sich der Konzern dagegen, Verlage im Internet auszubeuten. "Heute machen weltweit mehr als 25.000 Nachrichtenanbieter ihre Inhalte über Google News und andere Suchmaschinen zugänglich. Sie tun dies, weil sie wollen, dass ihre Texte gefunden und gelesen werden", schreibt Cohen weiter. Google liefere Nachrichtenangeboten mehr als eine Milliarde Visits pro Monat. Dieser Traffic eröffne den Publishern die Möglichkeit, ihre Inhalte lukrativ zu vermarkten.

Insgesamt haben bislang 166 Verlage die "Hamburger Erklärung" unterzeichnet. Sie rufen damit Regierungen weltweit auf, das Urheberrecht von Autoren, Verlegern und Sendern im Internet zu wahren. Die Initiative richtet sich vor allem gegen die Vertreter von Suchmaschinen und anderen Content-Aggregatoren, die mit dem geistigen Eigentum von Verlagen Erlöse erzielen. Vor einer Woche hat der Europäische Verlegerrat (European Publishers Council, EPC) der EU-Kommission die "Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums" überreicht. bn
Meist gelesen
stats