Google vs. Printverlage: Eric Schmidt befürchtet Ausbremsung des Internets

Dienstag, 06. März 2012
Ex-Google-Chef Eric Schmidt
Ex-Google-Chef Eric Schmidt

Der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt hat den Beschluss der Berliner Regierungskoalition zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage kritisiert. Gegenüber der dpa sagte er am Montag anlässlich der Eröffnung der Cebit in Hannover: „Ich befürchte, dass so eine Regulierung die Entwicklung des Internets bremsen könnte." Statt um Gesetze solle sich die Verlagsbranche lieber gemeinsam mit Google um neue Geschäftsmodelle im Netz kümmern. Im Kampf um die Kuchenstücke der digitalen Welt positionieren sich derzeit die Kontrahenten. Während BDZV und VDZ die Unverzichtbarkeit eines solchen Rechts in einer Welt, in der das Vervielfältigen nur einen Klick kostet, herausstellen, regt sich dort, wo das Leistungsschutzrecht durch ein gezieltes Eingreifen in den Markt geltend gemacht werden soll, Widerstand: im Internet. Kurz nach der Veröffentlichung des Beschlusses beklagte Blogger Stefan Niggemeier bereits die fehlende innere Logik des Vorhabens. Er schreibt: „Das ist etwa, als müssten die Gelben Seiten den Unternehmen dafür zahlen, dass sie ihre Informationen aufnehmen dürfen." Der IT-Branchenverband Bitkom sprach gar von einer drohenden „Zwangsabgabe".

Das Argument der Presseverlage, die einen fairen Anteil der Umsätze für sich beanspruchen, lässt nun auch der heutige Google-Verwaltungsratsvorsitzende Schmidt nicht gelten: „Wie definiert man fair? Sollte nicht der Hersteller einen Anteil bekommen, auf dessen Gerät man sich den Artikel durchliest? Oder der Internet-Anbieter?" Eine "Lex Google" sei die Initiative zwar nicht, da sie viele Online-Dienste treffen würde. Jedoch sollte die deutsche Verlagsbranche vielmehr die Möglichkeit in Betracht ziehen, gemeinsam mit Google über neue Geschäftsmodelle im Netz zu sprechen. kl
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