Google macht Währung im Alleingang

Freitag, 14. September 2012
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Der Suchmaschienenriese Google geht mit einer eigenen Messmethode für die Reichweite von Onlinewerbung an den Start. Mit dem Active GRP will der Konzern laut "FTD" an die Print- und vor allem TV-Budgets heran. Die Methode soll sich an der Quotenmessung der TV-Sender, die die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) gemeinsam mit der GfK vornimmt, orientieren.
Der Active GRP zeigt an, wie viele Personen eine Displaywerbung im Netz tatsächlich gesehen haben. Der Vorstoß kommt überraschend. Hierzulande arbeitet die AGF auf Hochtouren daran, Zuschauer für alle Bewegtbildformate zu messen. Dazu wird ein Onlinepanel augebaut, das mit dem bestehenden TV-Panel verschmolzen werden soll. Im Hintergrund arbeitet auch die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof) an dem Thema mit.

Die Sender wollen für den Werbemarkt eine einheitliche Währung für dieselben Bewegtbildinhalte schaffen - unabhängig davon, ob eine Serie nun im klassischen Fernsehen oder einige Tage später über eine Videothek auf einem anderen Endgerät angesehen wird. Die Messung soll für allle Anbieter offen sein, egal ob sie originär aus dem klassischen Fernsehen oder dem Internet kommen. Doch erst 2014 werden wohl valide Zahlen zur Konvergenzwährung vorliegen.

Bis jetzt hatten die Sender gehofft, dass sich auch Google mit dem Videoangebot Youtube beteiligen würde - gerade um die Position im Kampf um die TV-Budgets stärken zu können. Nun könnte der Konzern die TV-Macher rechts überholen. Schon im 1. Halbjahr 2013 soll Active GRP, das in den USA bereits genutzt wird, weltweit verfügbar sein.

Ein Google-Sprecher erklärt gegenüber HORIZONT.NET, warum der Konzern nun mit einer eigenen Methode antritt: Zum einen sei es wichtig mit einem Single Source Modell zu messen, wie es zum Beispiel die GfK mit dem Media Efficiency Panel anbietet, das im TV-Lager jedoch umstritten ist. Der AGF-Vorstoß dagegen fusioniert zwei Panel. Zum anderen fehle Google beim AGF-Ansatz die Außerhaus-Nutzung, die im ersten Schritt nicht zur Messung vorgesehen ist.

Google hat auch in anderen Bereichen immer wieder Wege abseits der konventionellen Messmethodik gewählt. So läßt sich das Unternehmen nicht in den Internet Facts der Agof ausweisen oder in der weicheren IVW-Statistik. Nur das hierzulande im Vergleich zu den Internet Facts weniger angesehene Comscore-Ranking weist Google aus. Dort belegt der Konzern den ersten Platz. Die offizielle Begründung lautet: Man sei weltweit in 200 Ländern vertreten und habe sich daher entschieden, nur in einem System vertreten zu sein. pap
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