Google liefert maßgeschneiderte Display-Werbung

Mittwoch, 11. März 2009
Google steigt in die Display-Werbung ein
Google steigt in die Display-Werbung ein
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Google steigt in das Geschäft mit Behavioral Targeting und Display-Werbung ein. Was vom Suchmaschinen-Riesen verschwommen als "Interest Based Ads" angekündigt wird, könnte die Relevanz von Google massiv steigern. In einer weltweiten Beta-Version platziert Google interessenbasierte Anzeigen auf seinen Partnersites, die ans Adsense-Werbeprogramm angeschlossen sind (Google Content-Netzwerk), sowie Spots auf seinem Videoportal Youtube. Das Targeting-System basiert auf Dateien („Cookies“), die unmerklich auf den Rechnern der User installiert werden.

Die Cookies speichern zum einen selbstgewählte Themenpräferenzen des Users und zum anderen sein bisheriges Surf-Verhalten (bislang platziert Google auch seine Display-Ads – also alle Nicht-Suchwort-Anzeigen – lediglich Kontext-basiert, also passend zur aktuell aufgerufenen Seite).

Drehscheibe des neuen Systems ist eine Google-Site namens „Ads Preferences Manager“. Hier können Nutzer ab sofort ihre Interessen angeben und ändern – oder sich der Datensammelei verweigern (Opt-out). Website-Betreiber, die mit Google Adsense arbeiten, müssen bis zum 8. April ihre Datenschutzerklärung anpassen und ihre Nutzer entsprechend aufklären. Ab April sollen erste Tests mit einigen Werbekunden in den USA und Europa starten; im Herbst sollen die „Interest based Ads“ marktreif sein. Ab 30. März trommelt Google auf einer Roadshow vor Werbekunden für sein neues Angebot.

Die zwei Modelle als Anwendungsbeispiel:

1: Nutzern, die die Webseite eines Werbetreibenden aufgerufen haben, wird später beim Aufruf von Seiten des Google Content-Netzwerks (Adsense) und auf YouTube eine entsprechende Anzeige der Marke angezeigt. Wenn sich beispielsweise ein Nutzer auf einer Mode-Webseite ein Kleid angesehen hat, könnte der Webseitenbetreiber den Nutzer Wochen später mit einer Anzeige auf anderen Webseiten mit besonderen Angebote verweisen.

2. Google will den Usern zudem Werbung entsprechend ihrer thematischen Interessen zeigen. Wer sich beispielsweise ein Auto-Video auf YouTube und Testseiten ansieht, wird vom System als Autoliebhaber eingestuft. Die Folge: Er bekommt vermehrt autobezogene Werbung zu sehen.

Google kennt bei diesem Vorgang nach eigenen Angaben weder den Namen noch andere personenbezogene Daten des Nutzers. Google erkennt lediglich die im Browser gespeicherte Nummer, ordnet diese der Kategorie "Autoenthusiast" zu und schaltet vermehrt Anzeigen rund um das Thema Auto. Nutzer können das Verhalten zudem selbst optimieren.

Mit dem „Ads Preferences Manager" können Nutzer ihre Interessenkategorien einsehen, anpassen oder auch ganz auf Interest Based Ads verzichten.

"Interest Based Ad" von Google
"Interest Based Ad" von Google
"Durch Interest Based Ads erhalten unsere Nutzer bessere und relevantere Online-Werbung; Werbetreibenden werden dadurch neue Möglichkeiten eröffnet, ihre Markenbotschaften zu kommunizieren und Produkte anzubieten; Partner im Google Content-Werbenetzwerk können mit ihren Online-Inhalten den Umsatz steigern. Wir sind davon überzeugt, dass bessere Werbung für alle Beteiligten von Vorteil ist -- insbesondere weil der neue Ads Preferences Manager unseren Nutzern ein Plus an Transparenz, Wahl- und Steuerungsmöglichkeiten hinsichtlich der Werbeeinblendungen bietet", sagt Stefan Tweraser, Country Sales Director von Google Deutschland.  ork/rp
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