Google leitet Konjunkturdaten aus Sucheingaben ab

Dienstag, 13. November 2012
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Wie andere Großunternehmen auch hat Google eine eigene volkswirtschaftliche Abteilung. Diese arbeitet unter der Leitung von Chefökonom Hal Varian unter anderem an Echtzeitindikatoren, aus denen sich Rückschlüsse zur Konjunkturentwicklung ziehen lassen, erzählt er im Interview mit der "FTD". Dazu nutzt Google Daten wie die Sucheingaben und versucht daraus Informationen zu bestimmten Bereichen der Wirtschaft zu ziehen. "Zum Beispiel kann man daraus sehr zeitnah Rückschlüsse für die Entwicklung von Autoverkäufen oder Einzelhandelsumsätzen ziehen", erklärt Varian der Wirtschaftszeitung.

Varian kritisiert, dass die Daten, die von anderen Institutionen wie den Statistikämtern erhoben werden, der Entwicklung oft hinterherhinken. Die meisten gängigen Indikatoren stellen die tatsächliche Lage der Wirtschaft zeitverzögert dar, so geschehen auch bei der Finanzkrise 2008. "Da können Echtzeitindikatoren einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von Krisen liefern", so der Ökonom.

In Frage kommen die Echtzeitindikatoren für Konsumdaten und auch die Inflation, weniger allerdings für Firmendaten. Generell gebe es aber Grenzen. "Es handelt sich ganz klar um eine sehr kurzfristige Stichprobe, die erste, schnelle Hinweise geben kann, sie kann weniger Grundlage für langfristige Prognosen sein", so Varian.

Zudem ist die Analyse weniger gut geeignet für Länder mit geringere Internetverbreitung. Mittlerweile habe jedoch schon eine Reihe von Zentralbanken wie die Bank of England mit Studien begonnen, die auf solchen Daten basieren. pap
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