Google lässt Partnerschaft mit Yahoo platzen

Donnerstag, 06. November 2008
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Der Internetkonzern Google hat sich aus der umstrittenen Anzeigenkooperation mit dem Wettbewerber Yahoo endgültig zurückgezogen. Dies gibt David Drummond, Senior Vice President, Corporate Development und Chief Legal Officer bei Google, im Unternehmens-Blog bekannt. Damit will Google langwierigen juristischen Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen. „Nach vier Monaten voller Prüfungen und Diskussionen über mögliche Veränderungen an dem Werbe-Deal, ist deutlich, dass Regierung und Werbungtreibende weiterhin Bedenken gegen die Abmachung haben", gesteht der Google-Jurist ein. Die Kooperation hätte die Beziehung zu wichtigen Geschäftspartnern gefährdet.

Mit der Entscheidung zieht Google endgültig die Konsequenz aus der vehementen Kritik, die Wettbewerbshüter gegen den Deal geäußert haben. Gemeinsam hätten Google und Yahoo rund 80 Prozent des Marktes für Suchmaschinenwerbung dominiert. Zwar brachte Google Kompromissvorschläge in die Diskussion ein. Beispielsweise sollte die Partnerschaft auf zwei statt auf zehn Jahre terminiert werden. Die Erlöse für Yahoo durch die Zusammenarbeit sollten zudem auf 25 Prozent aller Umsätze des Unternehmens mit Suchanzeigen gedeckelt werden, heißt es in amerkanischen Medienberichten. Doch dies reichte offenbar nicht, um juristische Streitigkeiten zu vermeiden.

Nach dem Aus der Liaison steigen jetzt möglicherweise wieder die Chancen für Microsoft, den Rivalen Yahoo zu übernehmen. Yahoo hatte die Kooperation mit Google im Sommer eingefädelt, um sich gegen Microsoft zu wappnen. Es war vorgesehen, dass Yahoo auf seinen Websites von Google verkaufte Anzeigen einblendet. Ursprünglich war Anfang Oktober als Starttermin dafür vorgesehen. bn
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