Google erlaubt Keyword-Werbung zu fremden Markennamen

Mittwoch, 04. August 2010
Google-Manager Stefan Tweraser: "Konform mit dem Markenrecht"
Google-Manager Stefan Tweraser: "Konform mit dem Markenrecht"
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Google Markenrichtlinie Europa Markennamen Anzeige Google USA


Google aktualisiert seine Markenrichtlinie in Europa. Sie erlaubt es Unternehmen, geschützte Begriffe als Keywords zu verwenden, wenn sie bei Google in Europa Anzeigen schalten. Die neue Richtlinie tritt am 14. September in Kraft. Kleine Firmen können damit nun Adwords buchen, die viel Traffic generieren, indem sie auf große, vielgesuchte Marken- und Firmennamen bieten. Gibt der Nutzer zum Beispiel den Markennamen einer Fluggesellschaft bei Google ein, so kann er künftig unter anderem sowohl Anzeigen von Drittanbietern wie Reise- und Hotelbuchungswebseiten als auch  Anzeigen anderer Fluggesellschaften finden. Aber: Der Name der Fremdmarke darf in dem Anzeigentext nicht ohne Erlaubnis eingesetzt werden.

Nach Googles bisheriger europäischer Markenrichtlinie konnten Markeninhaber eine Beschwerde einreichen, um zu verhindern, dass bei der Eingabe ihrer eigenen Marke fremde Anzeigen geschaltet werden. Mit dieser Änderung passt Google die Vorgehensweise in Europa an seine Markenrichtlinie in den meisten anderen Ländern der Welt an. In den USA und Kanada können Inserenten schon seit 2004 fremde Markenbegriffe verwenden, in Großbritannien und Irland seit 2008 und in vielen anderen Ländern seit Mai 2009.

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Ist ein Markeninhaber der Auffassung, dass ein anderes Unternehmen mit einer geschalteten Anzeige die Nutzer verwirrt, kann er bei Google eine Beschwerde einreichen. Nutzer können beispielsweise durch Anzeigen verunsichert werden, die auf Webseiten führen, die fälschlicherweise den Eindruck erwecken, zum Markeninhaber zu gehören oder geschützte Markenprodukte oder -Dienstleistungen zu verkaufen. Ist dies nach Überprüfung durch Google der Fall, wird die Anzeige entfernt.

Interview: Google-Deutschland-Chef Tweraser über die neue Anzeigenvielfalt

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Wer nach Apple sucht, der bekommt bei Google künftig womöglich auch Anzeigen von Windows zu sehen. Bislang war das verboten. Möglich macht dies die neue Markenrichtlinie von Google in Europa. Sie erlaubt es Unternehmen, geschützte Begriffe als Keywords zu buchen. Im Interview erklärt Stefan Tweraser, Country Director von Google in Deutschland, die Folgen für Marken und die Vorteile für Nutzer. Zum Interview

Die aktualisierte Markenrichtlinie entspricht einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der im März über die Verwendung von Markennamen im Suchmaschinenmarketing entschieden hatte. Die Richter urteilten, dass der Suchmaschinen-Anbieter nicht dafür haftbar gemacht werden, dass Werbungtreibende im Rahmen von Adword-Kampagnen auf Google Markennamen eines Konkurrenzproduktes buchen. So hatte beispielsweise die Firma Louis Vuitton vor einem französischen Gericht geklagt, weil sie ihre Markenrechte dadurch verletzt sah, dass Werbungtreibende mithilfe von Google Adwords die Möglichkeit haben, die eigene Marke über fremde Markennamen zu bewerben. 

"Der Europäische Gerichtshof hat bestätigt, dass es konform mit dem bestehenden Markenrecht ist, wenn unsere Anzeigenkunden auf Keywords bieten dürfen, die den Handelsmarken anderer Unternehmen entsprechen", so Stefan Tweraser, Country Director von Google in Deutschland. "Die jetzt angekündigte Änderung ermöglicht es uns, unsere Richtlinien weltweit zu harmonisieren. Die Nutzer profitieren davon, weil sie mehr für sie relevante Anzeigen finden, wenn sie bei Google suchen.

Unverändert bleiben aber Googles Richtlinien für Anzeigentexte. Unbefugte Werbungtreibende können keine Handelsmarken in ihren Anzeigentexten verwenden. Die Änderung der Markenrichtlinie betrifft also nur die Buchung von Keywords. ork

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