Google auf dem VDZ-Summit: "Help to win"

Montag, 12. März 2012
Veit Siegenheim
Veit Siegenheim

Leistungsschutzrecht hin oder her: Google ließ es sich nicht nehmen, auf dem 5. Digital Innovators' Summit für ein partnerschaftliches Miteinander zwischen Medienhäusern und Internetkonzern zu werben. Zuvor hatte Strategieberater Veit Siegenheim das „digitale Ökosystem" skizziert, in dem sich die Verlage bewegen - ob sie wollen oder nicht. Siegenheim machte unmissverständlich klar: Google, Apple, Amazon und Facebook (und partiell Microsoft) haben es in kurzer Zeit geschafft, wichtige Bereiche der Contentindustrie - Text, Video und Musik - zu beherrschen. Siegenheim: „In den Bereichen Access, Reichweite und Monetarisierung haben die vier Big Player eine marktdominierende Stellung erreicht." Medienhäuser stehen nach Auffassung von Siegenheim vor fünf großen Herausforderungen:

1)    Cotent is king - aber er muss unique sein und auf den unterschiedlichen digitalen Plattformen präsent sein.

2)    Digitale Werbung wird zunehmend ein „Technologie- und Geld-Spiel". Siegenheim: Werbung im Internet ist extrem technikgetrieben. Über das Geld für die entsprechenden Investitionen verfügen vor allen Dingen Apple, Amazon, Google und Facebook."

3)    Die Stärke einer Mediamarke wird immer wichtiger

4)    Die Konkurrenz zu den globalen Playern spielt sich auch lokal ab. Medien brauchen Allianzen, um die Schlagkraft zu erhöhen und das Risiko zu minimieren. Nachteil: Das Schmieden von Bündnissen kostet viel Zeit.

5) Medien müssen versuchen, von der Infrastruktur, die die großen Vier aufgebaut haben, zu profitieren. Beispiel: die Fanseiten auf Facebook ermöglichen es  Verlagen, auch jenseits der eigenen Website mit den Lesern in Kontakt zu treten. Die Schlussfolgerungen des Beraters:

1)    Die großen Vier werden das Digitalbusiness auch künftig dominieren

2)    Auch Verlage werden ihre Marktpositionen in bereits besetzten Bereichen ausbauen können

3)    Direkter Wettbwerb mit den Big Playern in deren Kerngebieten sind aussichtslos

4)    Medienhäuser müssen kooperieren

5)    Nur Medien, die über starke Marken verfügen, werden Lesern künftig Orientierung geben können und die Basis für Diversifikationen sein.

Was sagt Google zu dieser Analyse? Nun, UK-Manager Noah Samuels bewies beim VDZ vor allen Dingen, dass Google - auch - eine smarte Company ist, die smarte Manager beschäftigt. Die Message, die Samuels den versammelten VDZ-Gästen mit auf den Weg gab: Google ist ein Unternehmen, das Medien helfen will, im digitalen Zeitalter erfolgreich zu sein. Samuels: „Als Technologiekonzern sind wir darauf fokussiert, dass Marketer und Publisher zusammenkommen; als Medienkonzern stehen wir vor den gleichen Herausforderungen und Chancen wie die Verleger." Die sanfte Ansprache kam an, das Motto „Helping publishers to win" wurde mit freundlichem Applaus aufgenommen. vs

 
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