Google-TV noch ohne Geschäftsmodell

Dienstag, 07. September 2010
Google TV: Geschäftsmodell dringend gesucht
Google TV: Geschäftsmodell dringend gesucht

Googles jüngstes Baby Google-TV steht noch auf wackeligen Beinen. Die Refinanzierung des Angebots, das dieses Jahr in den USA startet, ist noch völlig unklar. "Wir haben im Moment kein Businessmodell dafür", räumt Jürgen Galler, Director Product Management Google Switzerland, ein.  Die Anwendung, deren Europa-Start noch nicht terminiert wurde, verbindet Internet und TV und bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Apps über die TV-Formate zu legen. Beobachter blicken gespannt auf Google TV. "Es ist eine interessante neue Möglichkeit und eine weitere Chance, eine andere Mediennutzung zu generieren", sagt Christoph Bellmer, Geschäftsführer Seven Senses und Head of New TV bei Pro Sieben Sat 1 in Unterföhring.

Die Mediennutzung hat sich laut Google-Mann Galler in den vergangenen Monaten spürbar verändert. Stiegen die Zugriffe auf Google früher bei Großereignissen wie Wahlen erst am nächsten Morgen massiv an, beginnt die Suche nun schon direkt am Abend. Galler: "Früher gehörte der Abend dem Fernsehen."

Die Vervielfältigung der Verbreitungswege stellt die Inhalteanbieter vor immer neue Herausforderungen. Sie müssen immer mehr Übertragungswege bedienen, die Kosten aber auch refinanzieren. "Man braucht ein Geschäftsmodell. Programminvestitionen müssen auch finanziert werden", sagt Susanne Stürmer, Geschäftsführerin von Ufa Film & TV Produktion in Potsdam. Ufa produziert auf vielen Wegen - Online, TV, Mobile und Games. Manche Formate wie die "Pietshow" sind auch nur für einen Weg gedacht, in diesem Fall das Internet.  Stürmer: "Der Nutzer ist auf allen Plattformen, deshalb müssen wir es auch sein." pap
Meist gelesen
stats