Google News wird zur Werbefläche

Freitag, 27. Februar 2009
Google macht Nachrichtenportalen mit Google News Konkurrenz
Google macht Nachrichtenportalen mit Google News Konkurrenz

Den Verlegern droht neue Konkurrenz für ihre zarten Pflänzchen im Internet: Google schaltet in den USA ab sofort auch Anzeigen neben den Suchergebnissen bei Google News. Damit macht Google Internetangeboten mit journalistischen Inhalten direkte Konkurrenz. Im offiziellen Google-News-Blog kündigt Business Product Manager Josh Cohen an, den Nutzern von Google News künftig eine "ähnliche Erfahrung" zu bieten wie bei der Suchmaschine, "indem wir Anzeigen in die Google News Suchergebnisse integrieren.

Um Google News, einem Dienst, der Nachrichten aus dem Internet aggregiert, gab es bereits mehrfach Streit. So hat der belgische Zeitungsverband Copiepresse vor Gericht durchgesetzt, dass Google News nicht mehr auf die Angebote seiner Mitglieder verlinken darf. Auch die französische Nachrichtenagentur AFP hatte Google die Nutzung seiner Inhalte gerichtlich untersagt. Inzwischen haben sich mehrere Agenturen, darunter AFP, AP, Canadian Press und Press Association, mit Google geeinigt und bekommen Geld für die Nutzung ihrer Texte.

Gegenüber Angeboten von Magazinen und Zeitungen argumentiert Google allerdings, dass diese ihre Inhalte im Netz gratis zur Verfügung stellen und auch von der Verlinkung und Aggregierung durch Google profitieren. Die Verleger befürchten jedoch, dass Google nicht nur für Traffic auf ihren Angeboten sorgt, sondern auch Werbegelder abzieht.

Der internationale Verlegerverband WAN (World Press Association) wehrt sich bereits seit Jahren gegen Google News. WAN-Präsident Gavin O'Reilly sagte bereits 2006, dass  "diese Suchmaschinen vor allem wegen traditioneller Nachrichten- und Inhaltsaufbereiter existieren und auf deren Kosten profitieren". dh
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