Google-Chef Eric Schmidt: "Mobile Display-Werbung wird das nächste große Ding"

Donnerstag, 09. September 2010
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Apple ist eine "Religion", mobile Display-Werbung wird zur Killerapplikation und den Verlagen will Google mit einem Bezahlsystem helfen. Eric Schmidt, Chef des Datenriesen, nutzt die Ifa zur Goodwill-Tour - und gibt der FAZ ein lesenswertes InterviewWie unterschiedlich, je nach Interesselage, der Blick auf den gleichen Wirtschaftszweig ausfällt. Auf der einen Seite Philipp Welte, Vorstand Zeitschriften bei Burda; auf der anderen Seite Eric Schmidt, CEO von Google. Nicht zuletzt angesichts Übermacht von Google hat Welte in einem HORIZONT-Interview zu Protokoll gegeben: „2009 erwirtschafteten alle redaktionellen Verlags-Websites zusammen ein Werbevolumen von 200 Millionen Euro, Google von 1,8 Milliarden. Was allen Verlagen zusammen bleibt, ist praktisch nichts, wenn man bedenkt, welche gewaltigen Millionenbeträge die Verlage seit über einem Jahrzent in den Aufbau journalistischer Angebote im Netz investiert haben - und welchen Aufwand wir Tag für Tag für höchste redaktionelle Qualität im Netz betreiben." Welte plädiert für eine "nüchterne" Bestandsaufnahme der Geschäftsaussichten der Verlagshäuser, die zusammengefasst lautet: Display-Werbung - Hauptumsatzbringer der Medien-Websites - bringts nicht, weil sie weder verkaufsfördernd noch markenbildend wirkt.

Womit Welte natürlich hat: Google ist eine Übermacht, gegen die die Verleger - alleine - kaum bestehen können. So gesehen, spielen die Verlagshäuser im Netz in einer anderen, kleineren Liga - auch wenn der Suchmaschinen-Primus von den Inhalten der journalistischen Sites enorm profitiert. Dennoch: Konkurrenten für Google sind Facebook und Apple. Schmidt in der "FAZ": „Ich würde es nicht Krieg nennen, aber eine strategische Schlacht." Schmidt ist überzeugt, dass das „offene" Google-System sowohl Facebook als auch Apple überlegen ist. Schmidt zu Apple: „Offenheit ist meine Religion. Die Apple-Religion ist genau das Gegenteil. Ich weiß das, weil ich im Aufsichtsrat gesessen habe."

Immerhin: Auch wenn Google für die Verlinkung auf die Verlagsinhalte niemals Geld bezahlen wird, will das Unternehmen den Verlegern helfen. Schmidt großherzig in der "FAZ": „Wir entwicklen ein Bezahlsystem für Verleger. Sie sollten ihre Informationen auf allen verfügbaren Plattformen verkaufen können, ob es nun das iPad ist oder das Web." Interessant auch die Aussage, womit nach Schmidts Meinung im mobilen Internet Geld verdient wird: "Heute ist es die Suchfunktion; das Wachstum ist hoch. Graphische Werbung wird das nächste große Ding im mobilen Internet sein." Wenn Display-Werbung nach Schmidts Meinung auf kleinen Handy-Bildschirmen funktionieren wird - dann sollte doch eigentlich keine so große Skepsis gegenüber Display-Werbung auf Websites angebracht sein, oder? vs
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