Google-Bibliothek: Deutschland nach Vorstoß von Frankreich zunehmend isoliert

Donnerstag, 20. August 2009
Google kann seine Internet-Bibliothek erweitern
Google kann seine Internet-Bibliothek erweitern

Deutschland steht mit seinen Bedenken gegen die Internet-Bibliothek von Google mehr und mehr alleine da. Die EU-Kommission und die großen EU-Mitgliedsstaaten unterstützen schon länger aktiv das digitale Buchprojekt von Google. Nun gehört auch Frankreich zu den Befürwortern des Projekts und verhandelt mit dem US-Konzern. Der Sinneswandel wird vor allem mit den hohen Digitalisierungskosten erklärt, die Google vollständig übernehmen würde, wie das "Handelsblatt" berichtet. Google hat nach eigenen Angaben bereits über 10 Millionen Bücher ins Netz gestellt und arbeitet weltweit mit 30 großen Bibliotheken zusammen. Aus Deutschland ist bisher nur die Bayerische Staatsbibliothek vertreten.

"Es kann nicht angehen, dass der freie Zugang zu unserem kulturellen Erbe monopolisiert und den Kapitalinteressen einer einzigen Firma unterworfen wird", so Kulturstaatssekretär Bernd Neumann. EU-Medienkommisarin Viviane Reding gibt dagegen zu bedenken, dass 90 Prozent aller weltweit archivierten Bücher nicht mehr gedruckt werden und daher öffentlich nicht mehr zugänglich sind. Nachdem nun auch das kritische Frankreich seine Meinung geändert hat, hat Google fast in der ganzen EU die Digitalisierungsrechte für Bücher. HOR
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