Gläubiger einigen sich mit der insolventen Taurus TV

Freitag, 17. September 2004

Das Amtsgericht in München hat die Rechtskraft des von Insolvenzverwalter Michael Jaffé vorgelegten Insolvenzplans der Kirch-Media-Tochtergesellschaft Taurus TV festgestellt. Damit können die einzelnen Maßnahmen zur Abwicklung des komplexen Gesamtvergleichs mit allen Gläubigern der Taurus TV umgesetzt werden. Bestandteil des Gesamtvergleichs sind mehrere Einzelvergleiche mit den Gläubigern. Bei dem Vergleich mit dem Verlag Axel Springer geht es um eine Forderung in Höhe von 894 Millionen Euro gegenüber Kirch Media und der Taurus TV als Gesamtschuldner aus einer zwischen den Beteiligten strittigen Put-Option. Im Rahmen des Vergleichs verzichtet Axel Springer auf die Put-Rechte, behält ihre Beteiligung von 10,2 Prozent an der Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 Media, stockt diese ohne finanzielle Leistung um 1,8 Prozent aus dem mittelbaren Pro Sieben Sat 1-Besitz der Taurus TV auf und erhält eine Zahlung von knapp 60,3 Millionen Euro.

Zusätzlich erkennt der Insolvenzverwalter der Kirch Media eine Forderung von 325 Millionen Euro zur Insolvenztabelle an. Axel Springer verzichtet in Gegenleistung auf die darüber hinaus geltend gemachten Ansprüche aus der Put-Option an Taurus TV sowie Kirch Media und ermöglicht durch die Zustimmung zu gesellschaftsvertraglichen Regelungen die Verwertung des Hauptassets der Taurus TV, die mittelbare Beteiligung an der Senderfamilie.

Auch der Vergleich mit Universal umfasst Leistungen und Forderungen. Eingebunden sind neben Universal und Taurus TV auch die Kirch Media sowie andere Unternehmen der früheren Kirch-Gruppe. Gegen Zahlung eines Betrages, über dessen Höhe die Beteiligten Vertraulichkeit verabredet haben, beendet Universal den in den USA anhängigen Rechtsstreit und verzichtet auf alle weiteren geltend gemachten Ansprüche gegenüber Taurus TV und anderen Unternehmen der ehemaligen Kirch-Gruppe. Der Insolvenzplan der Taurus TV aus den Vergleichsvereinbarungen wird durch den Verkauf einer Beteiligung, die durchgerechnet einem Anteil von 12,9 Prozent am Grundkapital der Pro Sieben Sat 1 entspricht, finanziert. Erwerber ist die P7S1 Holding, die von dem Konsortium um Haim Saban kontrolliert wird. nr
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