Giga-Studie: Nahezu alle Online-Shops bleiben vorerst Verlustbringer

Montag, 03. Mai 1999
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Verlustbringer


95 Prozent aller Online-Shops werden in den nächsten ein bis anderthalb Jahren Verluste einfahren. Mit dieser Prognose warnt die US-Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Giga Information Group in ihrer Studie "Electronic Commerce: Huge Benefits, but not Profits" Unternehmen und Anleger vor unrealistisch hohen Erwartungen an das Internet-Geschäft. Weniger als 5 Prozent aller Online-Shops werden den Break-even erreichen oder gar Gewinne erwirtschaften. Trotz der düsteren Finanzaussichten empfehlen die Giga-Analysten den Einstieg in Electronic Commerce. Zwar ließen sich durch eine Präsenz im Internet derzeit kaum Gewinne einfahren, wohl aber die Kosten erheblich senken. Allein beim Bestellwesen via Internet lassen sich Kostenreduzierungen von bis zu 90 Prozent erzielen im Vergleich zu herkömmlichen Bestellungen per Telefon oder Post. Auch der Kundendienst läßt sich im Internet laut Giga-Berechnungen bis zu 40 Prozent kostengünstiger durchführen als per Telefon. Allerdings dauere es erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre, bis sich die Mehrzahl der Kunden im Internet bedienen lasse, statt zum Telefonhörer zu greifen. Noch längerfristiger sollte der Erwartungshorizont bei der elektronischen Rechnungsstellung sein. Zwar beherbergt der Rechnungsversand via Internet statt auf dem Postweg Einsparungspotentiale in Millionenhöhe, lohnt sich aber laut Giga-Studie frühestens, wenn mindestens 50 Prozent aller Haushalte mit dem Internet verbunden sind.
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