Giga-Prognose: Ein Drittel aller Wirtschaftsvorgänge basiert bald auf dem Internet

Dienstag, 13. Juli 1999

Waren und Dienstleistungen im Wert von über 1 Billion Euro werden im Jahr 2002 über das Internet verkauft. Das prognostiziert die US-amerikanische Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Giga Information Group, Cambridge. Drei Viertel der betrieblichen Kernfunktion wie Vertrieb, Marketing und Kundenservice würden schon bald über das Internet abgewickelt oder wenigstens auf elektronischem Weg unterstützt. Der Report "Sales Revenues just the Tip of the Electronic Commerce Economic Iceberg" geht aber noch weiter: Gesamtvolkswirtschaftlich seien bereits in drei Jahren in den Industrienationen rund ein Drittel aller Wirtschaftsvorgänge durch das Internet beeinflußt. Grundlage dieser Einschätzung ist ein neuer Maßfaktor, der sogenannte Total Economic Impact (TEI). Dieser schließt auch Geschäfte - etwa den Gebrauchtwagenkauf - ein, die zwar über das Internet angebahnt, schließlich aber außerhalb des Netzes abgewickelt werden. "Herkömmliche Zählungen der Internet-Umsätze geben diese Entwicklung überhaupt nicht wieder", erläutert Andrew Bartels, Vice President der Giga Information Group für den Sektor Electronic Commerce. Ein Problemfeld bildet diesen optimistischen Prognosen zum Trotz der Mittelstand. Bartels zufolge läuft dieser Gefahr, den Anschluß an die Internet-Ökonomie zu verlieren. Das sieht auch Harald A. Summa, Geschäftsführer des deutschen Electronic Commerce Forum ECO, so: "Wenn der Mittelstand nicht bald die Chancen des elektronischen Geschäftsverkehrs erkennt, sind Tausende von Arbeitsplätzen in Gefahr."
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