GfK-Jahrestagung: Deutschland ist für den E-Commerce gerüstet

Freitag, 07. Juli 2000

Bald werde ein Unternehmen ohne Internetanschluss ebenso undenkbar sein wie ein Unternehmen ohne Telefonanschluss", sagte Internet-Guru Ossi Urchs auf der 50. Jahrestagung der GfK Nürnberg vor über 800 Besuchern. Bertelsmann-Vorstand Klaus Eierhoff kündigte in einem dynamischen Vortrag weitere große Schritte seines Konzerns bei der Vernetzung zwischen dem Buchclub-Geschäft und BOL an. Reine Onlinesysteme müssten sich in Zukunft starke Partner suchen, sagte Eierhoff, der auf die Markenkraft als einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor verwies. Heribert Meffert, Direktor des Instituts für Marketing an der Universität Münster, bestätigte, dass Marken auch für die Internetökonomie der Schlüssel zum Erfolg seien. Bereits 20 Prozent der deutschen Unternehmen seien derzeit im E-Commerce aktiv, führend sind Banken und Versicherungen und Dienstleister, gefolgt von Handel und Verkehr sowie dem verarbeitenden Gewerbe. Dass B2B- und B2C-Märkte zusammenfließen, zeigt das Ergebnis einer aktuellen Studie von GfK und Meffert: Knapp 60 Prozent der auf dem B2C-Markt agierenden E-Commerce-Unternehmen verkaufen ihre Produkte auch an Geschäftskunden. Der elektronische Handel wird in Deutschland stark zunehmen: Rund 40 Prozent der Firmen, die noch nicht im E-Commerce tätig sind, wollen sich engagieren, über ein Drittel davon noch in den kommenden sechs Monaten. Die Angst vor Kannibalisierungseffekten ist offenbar unbegründet: Bei über 70 Prozent der Unternehmen, die E-Commerce tätigen, enstanden keine oder nur geringe Konflikte. Einer im April und Mai erhobenen Fünf-Länder-Studie der GfK zufolge gleichen sich die Key-Märkte in Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und dem US-Staat Kaliforniern in puncto E-Commerce. In allen vier europäischen Ländern stelle die Gruppe der 30- bis 49-jährigen Berufstätigen das Segment, dass das entscheidende Zukunftspotenzial des E-Commerce ausmacht. Laut dem Institut des MMXI surfen die User in Deutschland länger und häufiger als in Frankreich und England.
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