Gewinneinbruch bei G+J / Erotik sorgt für Hochstimmung bei Bertelsmann

Dienstag, 12. März 2013
Muss wohl Netto-Verlust verkraften: G+J-Vorstandsfrau Julia Jäkel
Muss wohl Netto-Verlust verkraften: G+J-Vorstandsfrau Julia Jäkel

Tradition der frühen Teil-Transparenz: Auch in diesem Jahr sickern im großen Bertelsmann-Reich die prägnantesten Daten selektiv bereits Wochen vor der Bilanzbekanntgabe durch. Und sie betreffen gerade die Zeitschriftentochter Gruner + Jahr. Laut „FAZ" brach deren operatives Ergebnis 2012 um fast ein Drittel von 233 Millionen auf nur noch rund 160 Millionen Euro ein. In Hochstimmung ist dagegen die Buchsparte Random House - dank der Erotiktrilogie „Fifty Shades". Doch zunächst zum Hänger bei G+J, wo Bertelsmann mit 74,9 Prozent beteiligt ist. Im Nettoergebnis - abzüglich der hohen Einmalbelastungen (Sozialplan nach Schließung der „FTD", Abfindungen für Ex-CEO Bernd Buchholz und weitere Topmanager und Chefredakteure, Wertberichtigungen im spanischen Zeitschriftengeschäft und bei der US-Druckereitochter Brown Printing) - werde G+J laut „FAZ" einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe ausweisen. Minuszahlen hat es bisher erst einmal gegeben: Im Krisenjahr 2009 mit damals 18 Millionen Euro Verlust.

Alles super dagegen bei Random House: Dank „Fifty Shades" habe die Buchtochter das Jahr 2012 laut „FAZ" mit dem Rekord von mehr als 300 Millionen Euro Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Operating Ebit) abgeschlossen; im Jahr zuvor waren es 185 Millionen Euro. Die Romantrilogie sei weltweit mehr als 70 Millionen Mal verkauft worden (Deutschland: 5,9 Millionen Exemplare).

Bereits Ende Februar hatte die Fernsehtochter RTL Group gesunkene Gewinne (aber trotzdem eine Rekordausschüttung an die Gesellschafter) vermeldet. Zudem stehen mittlere zweistellige Millionenanschreibungen bei Prinovis an, dem Druckerei-Joint-Venture mit Axel Springer. Laut „FAZ" bleibe daher abzuwarten, ob Bertelsmann im Jahr 2012 nach Steuern genauso viel verdient habe wie 2011 mit damals 612 Millionen Euro Jahresüberschuss.

Für den Gesamtkonzern wurden bereits Ende Januar vorläufige Zahlen für 2012 vorgelegt - allerdings nur operativ und vor Steuern. Danach hat der Konzern seinen Umsatz um etwa 5 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro gesteigert, das Betriebsergebnis mit 1,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau gehalten und erneut eine Umsatzrendite von über 10 Prozent erzielt. Seine offiziellen Geschäftszahlen verkündet Bertelsmann am 26. März 2013. rp
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