Gesundheitskur: „Healthy Living“ zieht um und pusht Vertrieb

Donnerstag, 03. Dezember 2009
Die „Healthy Living"-Redaktion zieht um
Die „Healthy Living"-Redaktion zieht um

Neue Zeiten beim Gesundheitsmagazin „Healthy Living": Die Auslagerung des 2005 von Gruner + Jahr gelaunchten Monatstitels in ein bestehendes Gemeinschaftsunternehmen mit dem Klambt-Verlag hat größere Auswirkungen als bisher bekannt. So wird die „Healthy Living"-Redaktion die G+J-Büros im kommenden Frühjahr verlassen und innerstädtisch in die Klambt-Räume am Hamburger Gänsemarkt ziehen. Dort produziert Klambt bereits sein Peoplemagazin „OK" - und künftig auch sein neues Heft „Look". Verlagsleiterin Nicole Oefler begründet den Umzug weniger mit Spargedanken, weil die Mietumlagen bei Klambt möglicherweise niedriger sind als im Großverlag G+J, sondern mit technischen Synergien, etwa dem Zugriff auf die IT. Der Schwestertitel „In", der bereits im gleichnamigen Joint-Venture von G+J (50,1 Prozent) und Klambt (49,9) erscheint, sitzt allerdings in Berlin.

Hofft auf technische Synergien: Verlagsleiterin Nicole Oefler
Hofft auf technische Synergien: Verlagsleiterin Nicole Oefler
Vor allem Kostengründe stehen indes hinter der Entscheidung, den Vertrieb nicht mehr von der G+J-Tochter DPV besorgen zu lassen, sondern von Klambt. Hier will Oefler künftig mehr Verkaufsstellen mit mehr Heften beschicken, um die Auflage zu pushen. Zuletzt (IVW III/2009) verkaufte „Healthy Living" 142.388 Hefte, davon die Hälfte über Einzelverkauf und Abo. Im kommenden Jahr soll es zudem massive Werbung am PoS und in Klambt-Titeln geben. Marketingunterstützung, die G+J-intern wohl teurer berechnet worden wäre. Im kommenden Jahr soll der Titel die Gewinnzone erreichen. Die Werbevermarktung bleibt derweil bei G+J Media Sales. Für dieses Jahr erwartet Oefler für „Healthy Living" ein - nur - 3-prozentiges Werbeminus, nach 30 Prozent Plus in 2008.

Chefredakteurin Kerstin Bode
Chefredakteurin Kerstin Bode
Weniger auskunftsfreudig sind Oefler und Chefredakteurin Kerstin Bode beim Thema Stellenabbau. Die vom Betriebsrat vorgerechneten 14 Streichungen seien falsch, so Bode. Dies sei vielmehr die Zahl der Posten, die vom Betriebsübergang betroffen seien - und von denen allerdings nicht alle erhalten bleiben könnten. Wie viele, das möchte Bode nicht sagen. Man darf also weiter spekulieren. Nur soviel: Künftig sollen 13 Redakteurinnen, darunter jedoch auch Teilzeitkräfte, das Monatsheft produzieren, mit stärkerer Hilfe freier Mitarbeiter.

Zum Jahreswechsel gönnt sich das „Healthy Living"-Team erst mal eine Verschnaufpause: Das Februar-Heft fällt aus; dafür wird die Januar-Ausgabe, die wie üblich Mitte Dezember erscheint, als Doppelnummer deklariert. Im Heft selber (Positionierung: „Frauenmagazin für gesunden Lifestyle") plant Bode, die die Chefredaktion Anfang Oktober von Jan Spielhagen übernommen hat, nur behutsame Änderungen. Texte und Layout sollen sinnlicher, genussorientierter und weiblicher werden: „Wir wollen Gesundheitsbewusstsein noch stärker als bisher als positives Lebensgefühl von Frauen herausstellen." rp
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