Geschäftsmodell für nicht-lineares Fernsehen gesucht

Donnerstag, 30. Oktober 2008
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Lineares Fernsehen wird nicht aussterben, aber es muss Ergänzungen durch nicht-lineare Programme geben. Zu diesem Ergebnis kam die Expertenrunde, die im Rahmen der Medientage in München die Frage diskutiert hat "Gibt es noch eine Zukunft für lineares Fernsehen?". "Broadcaster müssen ihre Inhalte über sämtliche Plattformen spielen", sagt Harald Greiner, Director Business Development bei Siemens. Sonst laufe ein Medienhaus Gefahr, die Hoheit über Bewegtbild langfristig an Player wie Start-Ups, Verlage und Telekommunikationsunternehmen abzugeben.   Allerdings sei die Monetarisierung noch ein weiter Weg. Dem stimmt Robert Amlung zu, der als Bereichsleiter Digitale Strategie beim ZDF die Mediathek aufgebaut hat. "Nicht-lineares Fernsehen ist noch keine Goldquelle." Vor allem sei es wichtig, neue Wege zur Refinanzierung zu finden, so Claudius Schikora, Professor an der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding: "Es müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Klassische Werbung allein reicht nicht aus."  

Eine wichtige Voraussetzung für die Monetarisierung sei jedoch eine Veränderung in der Reichweitenmessung. "Auch die nicht-lineare Nutzung muss erhoben und mit der Reichweite im klassischen Fernsehen zusammengeführt werden", sagt Jürgen Loos, Leiter International Sales Media bei Siemens.   Die Befürchtung, vieler Fernsehsender, dass sich das wachsende Angebot für zeitversetzte Fernsehnutzung negativ auf die Quote auswirkt, widerlegt Stefanie Lemcke. Sie arbeitet als Media Consultant in den USA, die auf diesem Gebiet wesentlich weiter fortgeschritten sind. Eine Abnahme der Quote durch Catch-Up-TV sei hier nicht zu beobachten. bn
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