Geschäftsführer Mario Frank trimmt Spiegel-Verlag auf Wachstum

Mittwoch, 25. Juli 2007
Mario Frank will Marktanteile erhöhen
Mario Frank will Marktanteile erhöhen

Nach den internen Machtquerelen der vergangenen Monate will der Spiegel-Verlag seine Kräfte wieder auf die Geschäftsentwicklung konzentrieren. "Der ,Spiegel‘ braucht eine langfristige Wachstumsperspektive", sagt Mario Frank, seit Januar Geschäftsführer des Hamburger Verlagshauses, im exklusiven HORIZONT-Interview. "Daher möchte ich dem Haus neue Geschäftsfelder im Bereich Premium-Medien zuführen, um mehr aus der Gruppe und der Marke ,Spiegel‘ zu machen", so Frank. Im Online-Sektor habe man mit Beteiligungen (Manager Lounge, Placement 24) und Eigenentwicklungen ("Eines Tages") damit bereits begonnen. Ein zweiter Punkt der Wachstumsstrategie: "Wir wollen mit einer Vielzahl an Aktivitäten in den ,Spiegel‘ investieren, um unsere Marktanteile zu erhöhen." Hier nennt Frank erste Ergebnisse: Durch den Ausbau des Sonntagsvertriebs seien die Einzelverkäufe um bis zu 6 Prozent gestiegen. Die kostenlosen, titelthemenspezifischen DVD-Beigaben seien für zusätzliche Abverkäufe von bis zu 120.000 Heften gut. Und auch das Schweiz-Supplement Ende Juni, mit dem der Verlag erstmals themenbezogene regionale Beilagen getestet hat, habe Wirkung gezeigt: Der Schweizer Einzelverkauf sei von normalerweise 14.000 auf 36.000 Hefte gestiegen. Weitere Supplements sollen folgen. Man könne sehen, "dass die Maßnahmen der Verlagsseite bereits nach einem halben Jahr zu wirken beginnen", sagt Frank.

Offen sei noch, wie die Zusammenarbeit der Print-, Online- und TV-Redaktionen künftig aussehen könnte. "Fest steht nur: Es werden getrennte Redaktionen bleiben", sagt Frank. Ohne Doppelspitzen. Damit ist er auf einer Linie mit Chefredakteur Stefan Aust. Mit diesem gebe es "wesentlich mehr Gemeinsamkeiten, als kolportiert wird. Wir sind uns in allen Fragen, die den ,Spiegel‘ betreffen, absolut einig."

Die neue Zusammensetzung der Führung der Mitarbeiter KG, dem Hauptgesellschafter des "Spiegel", verunsichert Frank nicht; es gehe stets um Sachfragen. "Aber natürlich mussten sich die neuen Kollegen in laufende Projekte erst einarbeiten. Das hat bei der Strategieumsetzung ein bisschen das Tempo herausgenommen." Die kürzlich von der Mitarbeiter KG verabschiedeten Statuten, wonach zentrale Einrichtungen des Verlags nicht ausgelagert werden sollen, sieht der Geschäftsführer nicht als "operative Vorgaben", sondern als "grundsätzliche Leitlinien, die ich alle so unterschreiben kann". rp

Das Exklusiv-Interview mit Mario Frank lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 30/2007, die am Donnerstag, 26. Juli, erscheint.
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