Gerüchte um G+J/Adyard: War Ex-CEO Bernd Kundrun mit an Bord?

Freitag, 30. April 2010
Hat Bernd Kundrun seine Finger bei Adyard im Spiel?
Hat Bernd Kundrun seine Finger bei Adyard im Spiel?

Vor zwei Wochen hat Gruner + Jahr (genauer: die Kölner G+J-Tochter Ligatus) den Kauf des Performance-Dienstleisters Adyard bekannt gegeben, und seitdem gibt es Gerüchte im Verlag, die aufhorchen lassen. Anlass ist die Tatsache, dass die drei Gründer von Adyard zuvor Mitarbeiter von G+J waren. Und dass Adyard seinen Firmensitz in den Büroräumen des ehemaligen G+J-Vorstandschefs Bernd Kundrun hat. Doch der Reihe nach: Anfang 2009 haben Philipp Westermeyer, Christian Müller und Tobias Schlottke ihr Unternehmen gegründet. Westermeyer war zuvor Investment Manager in Gruner + Jahrs damaliger Sparte New Media Ventures; davor war er Assistent des damaligen CEOs Kundrun. Müller arbeitete vor der Adyard-Gründung ebenfalls als G+J-Vorstandsassistent, danach als Director Business & Strategy im Bereich G+J International. Schlottke wiederum verantwortete 2008/2009 als technischer Projektleiter unter anderem den Relaunch von Stern.de. Und: Adyard residiert unter derselben Hamburger Adresse (Klein Fontenay 1) wie Kundrun mit seiner neuen Privatfirma Start 2 Ventures und seinem Charity-Projekt Betterplace, offenbar als Untermieter Kundruns.

Diese Zusammenhänge geben Anlass zu Spekulationen bei G+J und im Verlagsumfeld. Manche fragen: Haben die Adyard-Gründer ihre Performance-Software samt Geschäftsidee noch zu Kundruns Zeiten im und für den Verlag entwickelt, dann mit dessen Abschied von G+J Anfang 2009 ebenfalls den Verlag verlassen, ihr Projekt mitgenommen - und dem Haus nun die Entwicklung quasi zurückverkauft? Andere unken, auch Kundrun sei an Adyard beteiligt, vielleicht mit Venture-Kapital, als stiller Gesellschafter oder als Kreditgeber. Dann, so die Unterstellung, hätte der frühere G+J-Chef jetzt noch mal ein bisschen Kasse gemacht.

Die Beteiligten dementieren alles klar: "Ich bin nicht bei Adyard beteiligt, sondern habe diesen sympathischen jungen Gründern nur ein paar Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt", teilt Kundrun auf Anfrage von HORIZONT.NET mit. Adyard-Geschäftsführer Westermeyer bestätigt dies: Er habe seit der gemeinsamen Arbeit bei G+J eine sehr gute Verbindung zu Kundrun - der aber an Adyard nicht beteiligt sei. "Es hat sich so ergeben, dass wir direkt neben Betterplace sitzen." Allerdings nicht mehr lange: Wegen des "ordentlichen Wachstums" von Adyard suche man derzeit größere Flächen und plane einen Umzug. Außerdem stellt Westermeyer klar: "Wir haben Adyard erst nach G+J gestartet beziehungsweise vorher eher hobbymäßig Projekte im Internet umgesetzt." rp
Meist gelesen
stats