Gerüchte: Huffington Post startet mit Burda in Deutschland

Mittwoch, 24. April 2013
Hat die "Huffington Post" endlich einen Partner in Deutschland gefunden?
Hat die "Huffington Post" endlich einen Partner in Deutschland gefunden?


Das US-Nachrichten- und Bloggerportal "Huffington Post", das im Rahmen seiner internationalen Expansionspläne seit fast zwei Jahren auch in Deutschland nach einem Partner sucht, ist offenbar in München fündig geworden: Bei Burda beziehungsweise seiner Digitaltochter Tomorrow Focus (ToFo). Dies erfuhr HORIZONT.NET aus Medienkreisen am Rande der Digitalmesse Next in Berlin.
"Zu Spekulationen und Gerüchten äußert sich die Tomorrow Focus AG grundsätzlich nicht", so Tofo-Sprecher Armin Blohmann. Dem Vernehmen nach lässt sich die künftige deutsche "HuffPo" von ToFo vermarkten. Nach ein paar Etatverlusten (FAZ.net, Meinestadt.de, Gutefrage.net) könnte die Burda-Tochter damit nach der Akquisition des Eltern- und Frauenportals Netmoms.de und der angekündigten Komplettübernahme des Business-Netzwerks Xing einen weiteren Zugewinn im Portfolio verbuchen. Unklar ist, ob Tofo die künftige deutsche "HuffPo" nur vermarktet oder auch die Redaktion betreibt - oder ob dies andere Sparten im Burda-Konzern übernehmen. Auch das Anteilsverhältnis im Joint-Venture ist bisher unklar.

In den vergangenen Wochen, Monaten und gar Jahren haben die Abgesandten der "HuffPo", so war immer mal wieder zu hören, mit fast allen größeren Verlagen sowie mit Digitalunternehmen wie Telekom und United Internet über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Zuletzt waren (wieder oder noch) Axel Springer und Bertelsmann/G+J im Gespräch. HORIZONT.NET und weitere Beobachter hinterfragten jedoch bisweilen die Logik des möglichen Deals: Die Marke "Huffington Post" ist in Deutschland außerhalb von Medienkreisen gänzlich unbekannt und müsste mit viel Marketinggeld erst aufgebaut werden.

Hinzu kommt: Die "HuffPo" ist ein Gratisportal - und konterkariert damit die immer dringlicheren Bemühungen der Verlage, Paid-Content-Modelle einzuführen und zu etablieren. Häuser wie Axel Springer (Bild.de, Welt.de) und G+J (Stern.de) hätten mit einer werbefinanzierten "HuffPo" ihren eigenen Nachrichtensites zudem intern Reichweiten- und Werbeerlöskonkurrenz gemacht - für zusätzliche Werbeerlöse in ungewisser Höhe. Vor diesen Herausforderungen könnten nun Burda und ToFo stehen. Sie müssten mit der "HuffPo" mehr gewinnen, als sie womöglich dadurch bei Focus Online verlieren.

Das Ziel der US-Manager ist jedenfalls sehr ehrgeizig: HuffPo-CEO Jimmy Maymann sagte im März gegenüber HORIZONT.NET, er wolle in Deutschland innerhalb von zwei Jahren Geld verdienen und in drei bis fünf Jahren in die Top 5 der Nachrichtenangebote vorstoßen. pap
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