Gericht verbietet Petas Anti-Wiesenhof-Spiel

Montag, 19. Dezember 2011
Peta-Onlinespiel Wiesenhof-Revenge
Peta-Onlinespiel Wiesenhof-Revenge

Die Tierrechtsorganisation Peta hat auf Beschluss des Landesgerichts Oldenburg eine Anti-Wiesenhof-Kampagne in Form eines Online-Games aus dem Netz genommen. Mit der Kampagne hatte Peta auf vermeintliche Tierquälerei bei Wiesenhof reagiert. Laut einem Unternehmenssprecher Petas liegen den Vorwürfen zwei umfangreiche Undercover-Recherchen zugrunde. Inhalt des Spiels Wiesenhof Revenge war, eines aus fünf Comic-Hühnern als "Rächer" auszuwählen und mit dem Huhn Kot auf dem Gesicht von Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann zu platzieren. Sein Portraitbild wurde aus einem Youtube-Video von Wiesenhof ausgeschnitten, in dem er in einem Interview zu kritischen Fragen Stellung nahm. Peta hatte die Gelegenheit genutzt und die darin getätigte Äußerung Wesjohanns, es gäbe keine artgerechte, sondern bloß tiergerechte Produktion, zu ihren Gunsten verwendet.

Bis zur Herausnahme war das Spiel zehn Tage lang im Netz und erreichte laut Peta-Sprecher Edmund Haferbeck Nutzerzahlen im fünfstelligen Bereich. Eine Agentur war an der Entwicklung des Spiels nicht beteiligt.

Wiesenhof lässt verlauten, dass die Richter es als erwiesen ansahen, dass das Onlinespiel neben einer Beleidigung eine persönliche Herabwürdigung darstelle und daher Persönlichkeitsrechte massiv verletze. Es handle sich um Schmähkritik, die rein auf eine Diffamierung Wesjohanns abziele.

Laut Haferbeck will Peta gegen die einstweilige Verfügung vorgehen. Die Tierrechtsorganisation sieht im Gerichtsstreit eine Chance, den Sachverhalt der Tierquälerei stärker in die Öffentlichkeit zu rücken. hor
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