Gerd Schulte-Hillen gibt Aufsichtsratsvorsitz bei Gruner + Jahr ab

Freitag, 31. Oktober 2003

Gerd Schulte-Hillen, 63, langjähriger Vorstandsvorsitzender und seit drei Jahren Aufsichtsratsvorsitzender des Verlags Gruner + Jahr, hat am heutigen Freitag auch dieses Amt abgegeben. Begründet wird der Rückzug mit der Vermeidung von Doppelmandaten bei Mutter- und Tochtergesellschaft. Schulte-Hillen behält weiterhin den Vorsitz im Aufsichtsrat der G+J-Muttergesellschaft, der Bertelsmann AG in Gütersloh. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei Gruner + Jahr wird Bertelsmann-Chef Gunter Thielen.

Mit der Person von Schulte-Hillen verbindet sich der internationale Aufstieg des Hamburger Verlagshauses. Als er 1981 den Chefsessel übernahm, brachte das Verlagshaus 13 inländische und acht ausländische Titel heraus. Als er es im Oktober 2000 verließ, waren es 34 inländische und 50 ausländische Zeitschriften. Umsatz und Ertrag wurden unter seiner Ägide verdreifacht. Bei Bertelsmann sammelte er nach dem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft in kurzer Zeit wichtige Führungsämter: Neben seinem Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender wurde er auch stellvertretender Vorsitzender der Bertelsmann Stiftung und Mitglied in der einflussreichen Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, die die Stimmrechte der Bertelsmann Stiftung und der Familie Mohn (75 Prozent) ausübt.

Als kommissarischer Präsident der Stiftung übernahm er Ende Juli 2002 die Nachfolge von Thielen, der kurz zuvor überraschend zum Bertelsmann-Konzernchef und damit zum Nachfolger von Thomas Middelhoff ernannt worden war, der das Unternehmen im Streit mit der Eigentümerfamilie Mohn verließ. Als Aufsichtsratschef meldete sich Schulte-Hillen in der darauf folgenden Debatte über die künftige Ausrichtung des Konzerns zu Wort und äußerte sich kritisch über die Bestrebungen der Gründerfamilie Mohn, wieder mehr Einfluss auf die Konzernpolitik zu nehmen. nr
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