Gerangel um Auslands-TV: German Channel contra Channel D

Donnerstag, 30. August 2001

Als zweiter Auslandskanal auf dem amerikanischen Markt will German Channel, der Pay-TV-Sender von ARD, ZDF und Deutscher Welle, die private Konkurrenz überholen. Allerdings sendet der private Channel D bereits ab dieser Woche. Channel-D-Chef Karl-Otto Saur hofft, dass sich der Kanal mit 20.000 Abonnenten in zwei Jahren refinanzieren wird.

Bei German Channel ist vage von einem Start am 1. März oder im 1. Quartal nächsten Jahres die Rede. Vorausgesetzt wird eine vom Bund zugesicherte Anschubfinanzierung von rund 60 Millionen Mark für sieben Jahre. Die Entscheidung wird für Oktober erwartet. Der Breakeven soll im siebten Jahr des Sendebetriebs des "informationsgeprägten Vollprogramms" eintreten. Spätestens dann sollte German Channel auch im Free-TV empfangbar sein.

Für seine täglich sechsstündige Programmschleife hat Channel D über 1000 Stunden TV-Programm eingekauft, darunter zahlreiche Fernsehfilme, Fußball-Bundesliga sowie "Tatort"-Folgen. Die öffentlich-rechtlichen Anbieter setzen auf ein achtstündiges Programm für eine weitestgehend junge Zielgruppe. Für das Best-of-Programm liefern ARD und ZDF je 40 Prozent der Sendungen, die Deutsche Welle trägt 20 Prozent bei.

Eine Marktpotenzial-Studie vom Mai zählt knapp 900.000 deutschsprachige Haushalte zum Marktstart in den USA. Davon hätten rund 90.000 ein konkretes Interesse an einem Abonnement. Channel D soll 20 Dollar monatlich kosten, German Channel rund 15 Dollar. Die Macher gehen von einer Auslastung der werktäglich erlaubten Werbezeit von 20 Minuten aus.
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