Georg Kofler verteidigt Abozahlen von Premiere

Dienstag, 07. Oktober 2008
Georg Kofler hat sich zu Wort gemeldet
Georg Kofler hat sich zu Wort gemeldet

Nach der Gewinnwarnung und der Neubewertung des Abonnentenstamms beim Pay-TV-Anbieter Premiere ist der Aktienkurs des Unternehmens abgestürzt. Nachdem das Papier bereits am Freitag etwa die Hälfte seines Wertes verloren hatte, brach der Kurs am gestrigen Montag noch einmal um knapp 30 Prozent ein. Der ehemalige Premiere-Chef Georg Kofler hat unterdessen die Berichterstattung des Unternehmens in der Vergangenheit verteidigt. "Jeder ausgewiesene Euro wurde auch real erwirtschaftet. Da wurde weder beschönigt, noch schwarz gemalt", sagte Kofler gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Umsatz und Ergebnis seien zudem unabhängig von der tatsächlichen Zahl der Abonnenten: "Wozu also die Aufregung? Es gibt keinerlei objektiven Zusammenhang zwischen der Neuklassifizierung der Abonnenten und der Ergebniswarung des Unternehmens," so Kofler. Die Strategie habe immer auf eine möglichst hohe Marktpenetration abgezielt: "Lieber mehr Abos mit weniger Umsatz pro Abo als wenige Abos mit hohem Umsatz." Dieser Zusammenhang sei jedem in der Branche bekannt gewesen und war "Thema bei fast jeder Analystenkonferenz".

Premiere hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass die Zahl der Abonnenten um fast eine Million Kunden zu hoch angesetzt war. Zugleich hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung veröffentlicht, die von einem operativen Verlust von 40 bis 70 Millionen Euro im laufenden Jahr ausgeht. Branchenkenner vermuten, dass Rupert Murdoch, der mit seinem Konzern News Corp. mit rund 25 Prozent am Premiere beteiligt ist, den Kurs womöglich gezielt drücken will. So könnte er einerseits günstiger weitere Anteile an dem Pay-TV-Sender zukaufen und andereseits bei Kreditverhandlungen die Konditionen drücken. dh
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