"Geo" vermehrt sich weiter: Zehnte Line Extension blättert Kunstgeschichte auf

Freitag, 09. April 2010
"Geo Epoche Edition" ist die zehnte Line Extension von "Geo"
"Geo Epoche Edition" ist die zehnte Line Extension von "Geo"

Neun sind nicht genug: In der kommenden Woche bringt Gruner + Jahr die zehnte Line-Extension seines Reportagemagazins "Geo" auf den Markt: "Geo Epoche Edition". Allerdings kommt das Objekt eher wie ein populär aufbereitetes (Kunst-) Buch und Bildband daher denn als Zeitschrift. "Geo Epoche Edition" soll zweimal pro Jahr erscheinen und jeweils eine Ära der Kunstgeschichte (zum Start: Barock; im Herbstheft: Impressionismus) monothematisch und bildgetrieben aufbereiten. Das 132-Seiten-Heft wird im größeren Format und auf edlem Papier gedruckt (Startauflage: 40.000 Stück), ist gezielt anzeigenfrei und kostet stolze 15,90 Euro - für eine Zeitschrift wäre das arg viel, für einen Einsteiger-Kunstband indes passabel. Entsprechend der spitzen Ausrichtung und der überschaubaren Druckauflage setzt G+J beim Vertrieb auch auf Buchhandel und Museumsshops und weniger auf eine breite Kioskpräsenz.

In diesem Jahr werden "Geo" und seine zehn Ableger mit insgesamt 73 Heften erscheinen, kündigt Verlagsleiter Gerd Brüne an. Dabei steht beim Stammtitel eine Überarbeitung des Layouts an, nachdem im April-Heft bereits inhaltliche Änderungen vorgenommen wurden: mehr Nachrichtengeschichten, die "unterm Radar der Newsmagazine laufen" (Chefredakteur Peter-Matthias Gaede) - die aber trotzdem die Welt ein Stück weiter ausleuchten. Und mehr Rubriken, Fakten und Erklärungen gegen die Mainstream-Thesen der Weltdeutung. "Geo" soll relevanter und wahrnehmbarer werden, sagt Gaede: "Wir wollen stärker ins Gespräch kommen und auch gerne mal provozieren." Inhaltliche Justierungen gab es zuletzt auch beim multithematischen Reisemagazin "Geo Saison" (neue Rubrikengestaltung) und beim monothematischen "Geo Wissen" (mehr Nutzwert). Zudem nennt G+J erstmals Verkaufszahlen des jüngsten Sprosses "Geo Mini", dem noch nicht IVW-gemeldeten Kindermagazin: "über 40.000", sagt Verlagsleiter Brüne.

Für die "Geo"-Familie sei 2009 gemessen am Ergebnis das zweitbeste Jahr ihrer Geschichte gewesen. Fürs Stammbusiness Zeitschriften - ohne Zusatzgeschäfte - habe es sogar das beste Ergebnis gegeben, sagte Brüne am Donnerstagabend vor Journalisten. Und das, obwohl die Vertriebserlöse leicht und die Anzeigenumsätze, die allerdings nur einen Anteil von etwa einem Viertel an den Gesamtumsätzen der "Geo"-Gruppe ausmachen, deutlich zurückgegangen seien - doch die Kosten sanken offenkundig noch stärker. Es habe eine Vielzahl von Maßnahmen gegeben, von geringeren Druck- und Herstellungskosten auch aufgrund gesunkener Auflagen und Heftumfänge bis hin zu Stellenstreichungen, etwa durch Nichtnachbesetzung offener Stellen. Und ab diesem Sommer produziert "Geo Saison" den Reiseteil des "Stern" und nutzt im Gegenzug dessen Dokumentation und Honorarabteilung mit. rp
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