General Motors entlässt Marketingchef Joel Ewanick

Montag, 30. Juli 2012
Joel Ewanick muss seinen Hut nehmen (Foto: GM)
Joel Ewanick muss seinen Hut nehmen (Foto: GM)

Der US-amerikanische Automobilkonzern General Motors (GM) hat sich von seinem Chief Marketing Officer Joel Ewanick getrennt. Das gab das Unternehmen am Sonntag bekannt. Bis zu einer Nachfolgereglung übernimmt der für den Vertrieb in den Staaten zuständige Alan Batey die Verantwortung für das weltweite Marketing. Wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt, habe sich der 52-jährige Ewanick zum Rücktritt entschlossen. Doch der Schritt erfolgte nicht aus freien Stücken. "Er hat die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllt", teilte der Sprecher des Autobauers, Greg Martin, diversen Medienberichten zufolge mit. Ewanick ist es, der keine kostenpflichtige Werbung mehr beim Superbowl 2013 schalten wollte. Vor zwei Monaten schloss GM einen Sponsorenvertrag mit dem englischen Premier-League-Club Manchester United, der für die GM-Marke Chevrolet wirbt. Im Gegenzug wollte Ewanick auf die TV-Werbung beim Finale der American-Football-Liga verzichten. Ob dies ein Grund für den Rauswurf war, ist unklar. Die  US-Werbekampagne "Chevy Runs Deep" für Chevrolet, die nicht den erhofften Erfolg gehabt haben soll, könnte ebenso zur Trennung beigetragen haben, wie Ewanicks zumindest zeitlich unglückliche Entscheidung, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten.

Ewanick war im Mai 2010 als Marketingchef für Nordamerika zu GM gekommen. Im Dezember des Jahres wurde er zum Global Chief Marketing Officer ernannt. Vor seinem Einstieg bei dem Autokonzern leitete er das Marketing von Nissan in Nordamerika.

Momentan unklar ist, wie es mit Ewanicks Agenturmodell Commonwealth weiter geht. Das Bündnis der konkurrierenden Holdings Omnicom und Interpublic war im März dieses Jahres auf Betreiben des geschassten Managers an den Start gegangen und sollte sich ausschließlich um die GM-Marke Chevrolet kümmern. Laut "Advertising Age" ist vertraglich festgeschrieben, dass auch ein Nachfolger Ewanicks auf der Position des Marketingverantwortlichen Commonwealth nicht so bald wird abwickeln können. Überhaupt sei die Frage, ob der Konzern das wolle: Nach Ewanicks Rechnung könne GM durch die Konsolidierung in den kommenden fünf Jahren weltweit bis zu 2 Milliarden Dollar sparen. fo/ire
Meist gelesen
stats