Gegendarstellung statt Gerichtsverhandlung: Uli Hoeneß einigt sich mit "Focus"

Montag, 10. Juni 2013
Der "Focus"-Titel vom 29. April 2013
Der "Focus"-Titel vom 29. April 2013

Uli Hoeneß hat sich offenbar mit dem "Focus" geeinigt. Der im Verdacht der Steuerhinterziehung stehende Bayern-Präsident war gegen den Burda-Titel vorgegangen, weil dieser in einer Titelgeschichte behauptet hatte, Hoeneß' Name habe sich auf einer Steuer-CD befunden. Weil der "Focus" im Heftinneren der aktuellen Ausgabe eine Gegendarstellung brachte, sei laut "Süddeutscher Zeitung" eine für den 19. Juni anberaumte Gerichtsverhandlung obsolet geworden. In der Gegendarstellung, die im aktuellen "Focus" auf Seite 110 zu finden ist, widerspricht Hoeneß den Behauptungen, sein Name "war auf einer Steuer-CD" und "seine Telefone wurden abgehört". "Beide Behauptungen sind falsch", so der Präsident des FC Bayern. Der "SZ" zufolge habe Hoeneß' Anwalt Michael Nesselhauf zuerst eine Gegendarstellung auf der Titelseite gefordert - also an der Stelle, an der am 29. April die beanstandeten Formulierungen standen. Das Landgericht in München habe den "Focus" zur Gegendarstellung auf dem Titel verpflichtet, Burda habe jedoch Widerspruch eingelegt. "Man wollte, war zu hören, den Nachweis führen, dass es eine CD mit dem Namen Hoeneß gebe", schreibt die "Süddeutsche". Der Zeitung zufolge sei der Kompromiss erst am Freitagabend, kurz vor Redaktionsschluss der aktuellen "Focus"-Ausgabe, zustande gekommen.

Des Weiteren berichtet die "SZ", dass man dieses Ergebnis beim "Focus" als Erfolg werte, gleichwohl sei die Einigung intern umstritten gewesen. Teile der Redaktion wollten die Auseinandersetzung offenbar vor Gericht ausfechten - was darauf schließen lässt, dass man sich im Besitz hieb- und stichfester Belege für die Behauptungen auf dem Cover vom 29. April sieht. Am Ende, so die "SZ", habe man sich aber gegen das juristisch und zeitlich aufwendige Verfahren entschieden. ire
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