Gebietsaufteilung: ARD, ZDF und Verleger basteln an "Friedensvertrag"

Montag, 30. Januar 2012
Im Streit zwischen Verlagen und Öffentlich-Rechtlichen ging es auch um die Tagesschau-App
Im Streit zwischen Verlagen und Öffentlich-Rechtlichen ging es auch um die Tagesschau-App

Im Streit um öffentlich-rechtliche Internetinhalte haben sich BDZV, ARD und ZDF offenbar angenähert. Der "taz" liegt ein Entwurf für eine gemeinsame Erklärung vor, in der alle Beteiligten einen Teil der Medienwelt für sich in Anspruch nehmen. Demnach sollen ARD und ZDF "bei der inhaltlichen und gestalterischen Anmutung ihrer Telemedien den Schwerpunkt in fernseh- und hörfunkähnlichen Angeboten setzen", während bei den Inhalten der Verleger "Text und Foto" vorrangig seien. Grundsätzlich sei das Internet "sowohl für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als auch für die Zeitungen ein wesentlicher Vertriebskanal, um die Nutzer mit Qualitätsmedien zu erreichen", heißt es in der Erklärung, die "nicht rechtlich-präjudiziell zu verstehen" sei. Um Konflikte wie den Streit um die Tagesschau-App künftig zu vermeiden, streben BDZV, ARD und ZDF nun eine Art Gebietsaufteilung an.

Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet und bei Apps sollen fortan so gestaltet sein, dass sie "kein funktionales Äquivalent zu den text-/fotogeprägten Angeboten der Zeitungen darstellen". Letztere bleiben außerdem nahezu allein zuständig für die lokale Berichterstattung. Laut "taz" heißt es im Papier: "Eine dem Inhalt von Zeitungen entsprechende Darstellung von Texten ist auch im Rahmen lokaler Berichterstattung nicht Gegenstand der Telemedienangebote von ARD und ZDF."

Die unterschiedlichen Zuständigkeiten sollen laut Entwurf zunächst für ein Jahr gelten. Ob Verleger, ARD und ZDF diesem überhaupt und wenn ja, in welcher Form, zustimmen, bleibt abzuwarten. Bei der nächsten Intendantensitzung der ARD Anfang Februar dürfte der "Friedensvertrag" auf der Tagesordnung stehen. kl
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