G+J übernimmt Adyard / Einstieg in Affiliate-Vermarktung

Donnerstag, 15. April 2010
Ligatus-Geschäftsführer Klaus Ludemann
Ligatus-Geschäftsführer Klaus Ludemann

Vor drei Wochen hatte Gruner + Jahrs Vorstandschef Bernd Buchholz vage Ausbaupläne fürs Online-Vermarktungsgeschäft angekündigt - jetzt folgen konkrete Taten: G+J steigt in die Performance-Vermarktung von Affiliate-Kampagnen ein. Dazu übernimmt die Kölner G+J-Tochter Ligatus die Mehrheit (51 Prozent) am Hamburger Spezialdienstleister Adyard; die vollständige Übernahme ist im kommenden Jahr geplant. Während Ligatus, 2008 von G+J übernommen, sein Geld mit der Platzierung textbasierter Werbelinks oft auf Restflächen seiner rund 260 Partner-Portale samt Performance-Abrechnung nach Klick (CPC) oder Adresskontakt (CPL) verdient, arbeitet Adyard nicht direkt mit Agenturen und Werbekunden zusammen - sondern mit großen Affiliate-Netzwerken wie Zanox und Affilinet. Über diese bezieht Adyard Display-Werbung und platziert die Standardformate optimiert ausgesteuert auf den Websites von Partner-Vermarktern wie G+J Electronic Media Sales (EMS), Spiegel QC, Heise und Onvista.

Abgerechnet wird per Kaufakt (CPO), der mit früheren Werbeeinblendungen in Verbindung gebracht wird: Adyard markiert jeden eigens ausgelieferten Banner einer gezielten Online-Produktkampagne mit einem Cookie auf dem Rechner des Users. Wenn dieser innerhalb eines definierten mehrtägigen Zeitraums das beworbene Produkt online kauft, ist die Provision fällig. Diese so genannte Postview-Methode versucht als Tracking-Verfahren für Affiliate-Kampagnen den Erfolgsnachweis, ohne dass User auf die Banner geklickt haben müssen.

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Adyard, Anfang 2009 von Philipp Westermeyer, Christian Müller und Tobias Schlottke gegründet, bezeichnet sich daher als „Postview Broker" und peilt nach G+J-Angaben einen „deutlich siebenstelligen" Jahresumsatz an. Die drei Gründer bleiben als Geschäftsführer an Bord und berichten künftig an Ligatus-Geschäftsführer Klaus Ludemann. Eine Expansion unter anderem nach Österreich, Frankreich und in die Niederlande - in diesen drei Ländern ist auch Ligatus bereits unterwegs - ist geplant.

Adyard bringe direkte Kundenbeziehungen zu über 60 Unternehmen vor allem in den Branchen E-Commerce, Reisen, Finanzen und Telekommunikation mit, so Ludemann. Vertriebsorientierte Werbungtreibende also, deren Performance-Wünsche die großen Qualitäts- und Journalismus-Sites nun auch mit Display-Werbung erfüllen möchten. Ludemann und G+J erhoffen sich von dieser Klientel „enormes Wachstumspotenzial". rp
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