G+J investiert in „Emotion“ / Werbekampagne und neue Projekte

Freitag, 06. Februar 2009
"Emotion" will ab sofort "Das andere Frauenmagazin" sein
"Emotion" will ab sofort "Das andere Frauenmagazin" sein

Jetzt erst recht: Gruner + Jahrs psychologieorientiertes Frauenmagazin „Emotion" gönnt sich zum 3. Geburtstag ein dickes Marketingpaket und eruiert neue Erlösquellen. Das alles darf auch als deutliches und selbstbewusstes Signal an verlagsinterne und -externe Beobachter sowie an den Markt verstanden werden. Hintergrund: Ende vergangenen Jahres, als der damalige G+J-Chef Bernd Kundrun ebenso grob wie vage Titeleinstellungen angekündigt hatte, geriet auch „Emotion" immer mal wieder spekulativ in Verdacht (getroffen hat es am Ende „Park Avenue").

Bei „Emotion" stehen die Zeichen stattdessen auf Aktion: In der kommenden Woche startet eine Marketingkampagne mit einem Bruttovolumen von 3 Millionen Euro in Print (Frauen- und G+J-Titel), im Pressehandel, Online und mit Außenwerbung. Die Motive greifen die wechselnden Heftthemen auf und heben die Bedeutung und den Nutzen von Emotionen für die „Zielgruppe intelligenter Frauen" hervor. Die Kreation stammt von der Düsseldorfer Agentur Bargfeld Scheer, die Mediaplanung verantwortet MPG in Frankfurt.

In die Kampagne investiert G+J 3 Millionen Euro
In die Kampagne investiert G+J 3 Millionen Euro
Weitere Ziele der Kampagne sind die Steigerung der Bekanntheit - auch deshalb, damit „Emotion" nach der AWA auch den Einzug in die Media-Analyse schafft - und die Positionierung des Titels als „Das andere Frauenmagazin". So lautet jetzt auch der Untertitel. Zuvor firmierte „Emotion" als „Psychologiemagazin für Frauen", was offenbar zu viele Werbekunden und Käuferinnen abgeschreckt und das Monatsheft in die Psycho- und Esoterikecke der Kioske verbannt hatte. Auch beim Inhalt hat Chefredakteurin Bettina Wündrich nachjustiert: Weniger „Trainer und Problemlöser" will „Emotion" sein - sondern mehr als „Coach und Inspirationsquelle fürs Lebensglück" dienen. Zudem kommen nun auch klassische Frauenthemen wie Mode und Wohnen vor, allerdings stets aus psychologischem Blickwinkel.

Am mittelfristigen Auflagenziel von 150.000 verkauften Heften hält Verlagsleiterin Katarzyna Mol fest. Zuletzt verkaufte „Emotion" 126.444 Stück (IVW IV/2008), das sind 3,3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Hälfte davon entfiel auf Abo und Einzelverkauf. Mit dem Januar-Heft hat Mol den Copypreis von 3,80 Euro auf 4,50 Euro erhöht. Trotz dieser 18-prozentigen Verteuerung seien die Verkäufe nicht zurückgegangen, und beim Copypreis sieht sie auch noch „Luft nach oben". Die Anzeigenumsätze sind - auf nicht näher beziffertem niedrigen Niveau - 2008 um 66 Prozent gestiegen. 70 Prozent der Werbeerlöse stammten von Kosmetikherstellern. Große Hoffnungen setzt Mol jetzt auf Finanzdienstleister.

Um den Weg von „Emotion" in die schwarzen Zahlen zu beschleunigen, startet G+J drei weitere Projekte: So erscheint künftig viermal im Jahr die Beilage „Women at Work", die Berufsthemen aufgreift, die über das Hauptheft hinausgehen. Außerdem schafft das Supplement durch einzelne Rubriken („Reise-Accessoires", „Branchenportrait Schmuck und Uhren") explizite Anzeigenumfelder. Über 200.000 zusätzliche kostenlose „Women at Work"-Hefte verschickt G+J auf Nachfrage an Unternehmen mit hohem Frauenanteil. Zweitens will das „Emotion"-Team seine Coaching- und Seminarangebote als Nebengeschäft ausbauen, unter anderem mit einer eigenen Plattform im Internet. Und drittens bietet „Emotion" seinen Anzeigenkunden an, dass ausgewählte Leserinnen einzelne Produkte testen und weiterempfehlen. Diese Aktion läuft in Kooperation mit dem Test-Community- und Mundpropaganda-Dienstleister Trnd, München. rp
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