G+J erklärt Shop-in-Shop-System zum Konzept

Donnerstag, 06. Dezember 2007
Plant Eröffnung weiterer Verkaufsflächen: Olaf Conrad
Plant Eröffnung weiterer Verkaufsflächen: Olaf Conrad

Während sich der Start des ersten in Verlagsregie betriebenen sogenannten Premium-Presse-Stores verzögert, forciert das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr unterdessen das ursprünglich nur als Test gedachte Shop-in-Shop-System. "Wir können uns vorstellen, im kommenden Jahr deutschlandweit bis zu zehn solcher Verkaufsflächen zu eröffnen", sagte Olaf Conrad, Chef der G+J-Vertriebstochter DPV, am Rande der DPV-Jahrestagung. Im Sommer dieses Jahres hatte G+J Shops-in-Shop in bestehenden Pressefachgeschäften in Lübeck, Düsseldorf und Bochum erprobt: Unter dem Namen "Scoop" präsentierte der Verlag dort G+J-Titel in Zweitplatzierung, Merchandisingartikel wie Bücher und CDs sowie wechselnde sogenannte Trendartikel: redaktionell empfohlene Produkte, die im normalen Handel nur schwer erhältlich sind, etwa bestimmte Weine, Kaffee, Kosmetik, Mode und Unterhaltungselektronik (Horizont 18/2007). Die Distribution der Non-Press-Artikel übernahm G+J. Trotz des Zusatzaufwandes verliefen die Versuche offenbar insgesamt erfolgreich, sodass Conrad das Konzept nun bundesweit ausrollen will.

Ursprünglich dienten die drei Tests allein dazu, Erkenntnisse zu sammeln für ein größeres Vorhaben: Gruner + Jahr wollte bereits im Herbst dieses Jahres in Hamburg einen Premium-Presse-Store eröffnen - als Pilotprojekt für mögliche weitere Shops in Eigenregie (Horizont 50/2006). Gedacht wurde und wird an eine Art Kulturkaufhaus mit einem breiten, hochwertig präsentierten Pressesortiment auch anderer Verlage, Zusatzprodukten sowie einer Kaffeebar.

Doch offenbar gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Immobilie in der Hansestadt schwierig. "Wir haben keine Eile und werden in den kommenden Wochen weitere Standorte prüfen", so Conrad. Ziel aller Initiativen ist die Stärkung des Presseeinzelhandels. Hintergrund: Die Zahl der Titel im Markt steigt, die Heftauflagen sinken, der klassische Presseeinzelhandel stirbt aus - zugunsten von Discountern mit begrenzten, eher lieblos präsentierten Printsortimenten. rp

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