G+J denkt im Gesundheitssegment um / Trennung von "Healthy Living" und "Emotion"?

Dienstag, 07. Juli 2009
"Emotion" bleibt Gegenstand von Spekulationen
"Emotion" bleibt Gegenstand von Spekulationen

Gruner + Jahr will seine beiden Monatsmagazine "Healthy Living" und "Emotion" loswerden. Laut HORIZONT-Informationen aus Verlagskreisen muss der Aufsichtsrat dies indes noch abnicken. Zunächst will G+J danach versuchen, das Gesundheits- sowie das Psychologie-orientierte Frauenmagazin an andere Verlage zu verkaufen; spekuliert wird über Klambt, die WAZ-Gruppe oder kleinere Häuser als mögliche Käufer. Sollte ein Verkauf scheitern, könnte redaktionelles Outsourcing drohen - oder gar die (erneute) Prüfung der Einstellung der ambitionierten, aber wegen aufwändiger Produktion und gleichzeitiger Werbekrise bislang glücklosen und offenkundig unrentablen Titel. Ein G+J-Sprecher kommentiert die Pläne so: „Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gibt es auch Überlegungen zu Strukturanpassungen. Diese Überlegungen sind aber derzeit nicht abgeschlossen." Mitte Juni hatte G+J-Chef Bernd Buchholz intern unter anderem dekretiert, dass künftig jeder Titel bei konstanter Qualität zu deutlich niedrigeren Kosten produziert werden müsse. Magazine, bei denen das nicht funktioniere, könnten eingestellt oder verkauft werden (HORIZONT 24/2009).

Mit der Trennung von „Healthy Living" würde G+J das Gesundheitssegment jedoch mitnichten aufgeben - sondern nur den Anspruch und die Hoffnung, es mit eigenständigen Qualitäts-Publikumstiteln rentabel bewirtschaften zu können, zumal auch „Stern Gesund Leben" auflagentechnisch im Vergleich zu den Vorjahren derzeit eher kränkelt. Daher versucht es der Großverlag ab November mit der Kundenmagazin-ähnlichen Beilage „Vitalguide", die in der zur Wachstumshoffnung auserkorenen Sparte G+J Corporate Media entsteht (HORIZONT 26/2009). „Vitalguide" verspricht den G+J-Kaufleuten gleich doppelte Heilwirkung: billigere Produktion und gefälligere Anzeigenumfelder. Die Inhalte von „Emotion" hingegen könnten sich - stärker als bisher - im Lebensgefühl-orientierten „Brigitte"-Ableger „Brigitte Woman" wiederfinden. rp
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