G+J bietet Apple mit der „FTD“ die Stirn

Montag, 28. Februar 2011
Die "FTD" will auch bei ihrer iPad-App auf Kundendaten zugreifen können
Die "FTD" will auch bei ihrer iPad-App auf Kundendaten zugreifen können

Lachsrosa beißt in den Apfel: Gruner + Jahrs Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland" fordert Apple heraus und will in dessen Store ihre eigenen Regeln durchsetzen. Die Hamburger haben die neue iPad-App der „FTD" im Apple Store angemeldet - und wollen dabei weiterhin auf die Kundendaten zugreifen dürfen, offenbar ohne die Apple-Restriktionen dabei zu beachten. Dies berichtet das „Hamburger Abendblatt". Danach will die „FTD" ihre App außerdem über die verlagseigene Plattform Pubbles verkaufen, ohne die 30-prozentige Apple-Provision. Wobei der IT-Riese App-Verkäufe über andere Plattformen durchaus erlaubt - allerdings nur dann, wenn sie den Kunden dort zum selben (Brutto-) Preis wie in Apples iTunes-Shop angeboten werden. Inwieweit die „FTD" hier gegen die neuen Apple-Konditionen verstößt, ist vorerst unklar. Für den Fall, dass Apple die Bedingungen von G+J nicht akzeptiert, soll es eine HTML-5-Version der iPad-App auf der „FTD"-Website zum Download geben, so das „Abendblatt".

G+J beziehungsweise dessen Vertriebssparte DPV, die Pubbles mit der Bertelsmann-Konzernschwester Direct Group betreibt, hatten sich nach der Bekanntgabe der neuen Handelsbedingungen durch Apple Mitte Februar, die kurz danach bei den Verlagen auf HORIZONT.NET teils heftige Kritik hervorgerufen haben, erst Ende vergangener Woche dazu geäußert: Apples Modell könne Verlage „nicht zufrieden stellen": Der Zugriff auf ihre Kundendaten werde beschränkt und der iTunes-Store zu einem „geschlossenen System verändert", das die User bei der Nutzung ihrer Endgeräte einschränke; zusätzlich greife Apple in das Abo-Pricing ein. Dies alles bestätige den strategischen systemübergreifenden Pubbles-Ansatz, heißt es.

Gleichzeitig sei und bleibe es wichtig, mit Apple im Gespräch zu bleiben, sagt eine Pubbles-Sprecherin. So habe Apple im Januar angekündigt, das Vertriebsmodell für Medien-Apps im iTunes-Store ab Sommer 2011 zu verändern. Kurz nach der von Pubbles an Apple adressierten Diskussion dieses Punktes sei die im selben Zeitraum anhängige Aktualisierung der Pubbles-App durch Apple freigegeben worden. Diese formaljuristisch klingenden Worte sollen wohl heißen: Wer sich von Apple ungerecht behandelt fühlt und sich beschwert, findet durchaus Gehör. rp
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