G+J Wirtschaftspresse: Dockt "Capital" an den "Stern" an? / DJV appelliert an soziale Verantwortung

Mittwoch, 21. November 2012
Schwere Zeiten: Das G+J-Pressehaus in Hamburg
Schwere Zeiten: Das G+J-Pressehaus in Hamburg

Für die Beschäftigten der G+J-Wirtschaftspresse beginnt das große Zittern. Wird der Aufsichtsrat nach seiner heutigen Sitzung wie befürchtet das Aus für die "Financial Times Deutschland" verkünden? Und werden die Titel "Impulse" und "Börse Online" tatsächlich verkauft? Ein neues Szenario gibt es seit heute für das Wirtschaftsmagazin "Capital", das möglicherweise eine Liaison mit dem "Stern" eingehen soll. Wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erfahren haben will, gibt es Gedankenspiele, "Capital" an den "Stern" anzudocken. Das Wirtschaftsmagazin solle in diesem Fall vom Hamburger Baumwall nach Berlin umziehen. Als Quelle gibt ein Specher des DJV gegenüber HORIZONT.NET "nicht offizielle Unternehmenskreise" an.

Auch zur "Financial Times Deutschand" gibt es eine neue Wasserstandsmeldung. Nachdem sich gestern bereits "FAZ" und Spiegel Online sicher waren, dass die Einstellung der "Financial Times Deutschland" beschlossene Sache ist, berichtet der britische "Guardian" nun, dass die heutige "FTD"-Ausgabe schon die letzte gewesen sein soll.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken
Auch wenn der G+J-Aufsichtsrat zur Stunde noch tagt und eine offizielle Stellungnahme erst für den späten Mittwochabend erwartet wird, meldet sich der Deutsche Journalisten-Verband sicherheitshalber schon jetzt zu Wort - und spricht Gruner + Jahr ins Gewissen. "Sparmaßnahmen dürfen nicht einseitig zu Lasten der Journalistinnen und Journalisten beschlossen werden", fordert DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken vor dem Hintergrund der zu erwartenden harten Einschnitte bei den Gruner + Jahr-Wirtschaftsmedien. Die Schaffung von Alternativarbeitsplätzen für die mehr als 350 Beschäftigten müsse oberste Priorität haben, so Konken weiter. "Wo das nicht möglich ist, erwarten wir von Gruner + Jahr Lösungen, die deutlich über den üblichen Sozialplankonditionen liegen."

Konken rät den möglicherweise betroffenen Mitarbeitern bei G+J, keine Aufhebungsverträge oder Änderungskündigungen ohne vorherige Beratung durch den DJV zu unterschreiben. Diese könnten sich beim DJV-Landesverband Hamburg persönlich beraten lassen. mas
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