G+J: "Brigitte" schließt Bym.de-Community

Dienstag, 12. Mai 2009
Axel Wüstmann: "Unbefriedigende Werbeerlösentwicklung"
Axel Wüstmann: "Unbefriedigende Werbeerlösentwicklung"

Viele Klicks, aber kaum Erlöse: Das Verlagshaus Gruner + Jahr zieht Konsequenzen aus der schleppenden Vermarktung von Teilen seines ansonsten prosperierenden Frauenportals Brigitte.de: Die Online-Community "Bym-WG" des jungen Ablegers Bym.de wird geschlossen, und die Pläne für Balance.de als eigenständiger Auftritt der zweimonatlichen Wellness-Line-Extension „Brigitte Balance" werden auf Eis gelegt. Verlagsleiter Axel Wüstmann begründete dies im Gespräch mit Journalisten mit der unbefriedigenden Werbeerlösentwicklung beider Angebote und bezeichnete die Maßnahme als „kurzfristiges Gegensteuern gegen die Werbekrise".

Die so genannte Bym-WG war erst Ende Mai 2008 an den Start gegangen und sollte als „zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie von Bym.de die Idee einer Wohngemeinschaft auf das Internet übertragen", hieß es vor knapp einem Jahr. Bym.de (Zielgruppe: junge Frauen zwischen 18 und 24 Jahren) ist das Online-Überbleibsel des Magazins „Bym", das 2006 als Nachfolger von „Brigitte Young Miss" mal ein halbes Jahr lang erschienen war. An anderen Stellen indes baut G+J die Web-Präsenz seiner Frauen-Flaggschiffmarke aus: Im August geht „Brigitte Woman", der überaus erfolgreiche monatliche Heftableger für Frauen ab 40 Jahren, im Netz an den Start. Weitere Subdomains von Brigitte.de sind geplant.

Und „Brigitte"-Verlagsleiter Wüstmann kündigt weitere Offensiven an. So bastelt er an einem neuen Vermarktungsprodukt unter dem Titel „Brigitte Special Interest" - einer Art monothematischen Sonderveröffentlichung für spitze Interessenszielgruppen: Mit dem jeweils exklusiven Werbekunden pro Beilage wird ein Thema vereinbart; der Kunde präsentiert sich dann mit seinem Logo auf dem Cover und auf Wunsch mit weiteren Anzeigen im etwa 28-seitigen Extraheft, das die Redaktion produziert - bis auf die Vorgabe des Oberthemas „unabhängig", wie Wüstmann in Abgrenzung zu Kundenmagazinen beteuert. Für die Produktion einer solchen gesponserten „Brigitte"-Beilage, die ein Werbekunde in erhöhter Auflage auch für andere Zwecke nutzen kann, müsse dieser ein sechsstelliges Budget veranschlagen, so Wüstmann. Außerdem sieht er beim Copypreis der „Brigitte" mittelfristig noch Luft nach oben: „3 Euro sind das Ziel." Erst in diesem März hatte er den Verkaufspreis von 2,40 auf 2,60 Euro erhöht. rp
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