G+J: Bernd Buchholz tritt ab / Julia Jäkel wird Vorstandsmitglied

Donnerstag, 06. September 2012
Bernd Buchholz verlässt G+J
Bernd Buchholz verlässt G+J

Die Ära Bernd Buchholz bei Gruner + Jahr ist beendet. Der Vorstandschef des Hamburger Verlagshauses nimmt wie erwartet seinen Hut. Dass dies "im gegenseitigen Einvernehmen" geschieht, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt, darf nach den Querelen der vergangenen Wochen allerdings bezweifelt werden. Einen Nachfolger auf der CEO-Position wird es vorerst nicht geben. Dafür rückt Julia Jäkel in den Vorstand von G+J auf.
Julia Jäkel steigt in den Vorstand von G+J auf
Julia Jäkel steigt in den Vorstand von G+J auf
Die 40-jährige Julia Jäkel wird die Geschäfte des Hauses künftig gemeinsam mit den beiden Vorstandskollegen Torsten-Jörn Klein und Achim Twardy führen.

Jäkel war bislang als Verlagsgeschäftsführerin der Verlagsgruppe „G+J LIFE“ bei der Bertelsmann-Tochter tätig. Im Vorstand soll sie künftig das Zeitschriften- und Digitalgeschäft von Gruner + Jahr in Deutschland verantworten. Klein kümmert sich als Auslandsvorstand weiter um die internationalen Aktivitäten, Twardy übernimmt zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Finanzvorstand, Vorstand Druck und Beteiligungen und Leiter Corporate Services wieder die Verantwortung für den Bereich Operations.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe glaubt, mit Jäkel "eine hervorragende Managerin" für den G+J-Vorstand gefunden zu haben. Mit der neuen Struktur sei Gruner + Jahr "bestens aufgestellt, um seine starke Position im europäischen und internationalen Mediengeschäft auszubauen und insbesondere die Digitalisierung von Inhalten und Marken voranzutreiben", erklärt Rabe. Bertelsmann und die Familie Jahr würden sich als Gesellschafter "dafür einsetzen, dass sich Gruner + Jahr erfolgreich weiterentwickeln" könne, versucht Rabe die Mitarbeiter des Verlagshauses zu beruhigen.

Muss sich mit dem G+J-Betriebsrat auseinandersetzen: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe
Muss sich mit dem G+J-Betriebsrat auseinandersetzen: Bertelsmann-Boss Thomas Rabe
Ob dieses halbherzige Bekenntnis der G+J-Belegschaft ausreicht, ist fraglich. In den vergangenen Wochen hatten immer wieder Gerüchte um möglicherweise anstehende Veränderungen bei dem Verlagshaus die Runde gemacht. Nach Informationen des "Manager Magazins" beabsichtigt Bertelsmann, die restlichen Anteile der Familie Jahr in Höhe von 25,1 Prozent zu übernehmen. Was das für die künftige Ausrichtung von G+J bedeuten könnte, ist völlig offen. Erst heute hatte sich der Betriebsrat in einem offenen Brief an Bertelsmann gewandt. In dem Schreiben, das HORIZONT.NET vorliegt, fordert der Betriebsratsvorsitzende Achim Diekmann Konzernchef Rabe auf, zu den Gerüchten - und den möglichen Konsequenzen - Stellung zu nehmen.

Zwischen Buchholz und Rabe soll es nicht zuletzt deshalb kürzlich gekracht haben. In der Folge hatte Buchholz zunächst seinen Vorstandposten bei Bertelsmann niedergelegt. Nun also auch der Rückzug bei G+J. Immerhin: Zum Abschied dankt Rabe Buchholz noch für die "erfolgreiche und engagierte Arbeit" der vergangenen Jahre. Auf dieser Basis werde der neu zusammengesetzte Vorstand nun "gesamtverantwortlich aufbauen." mas
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