G+J: Abschiebung von "Healthy Living" heizt Spekulationen an

Freitag, 25. September 2009
Cover der Oktober-Ausgabe von "Healthy Living"
Cover der Oktober-Ausgabe von "Healthy Living"

Die von Gruner + Jahr angekündigte Auslagerung seines Gesundheitsmagazins „Healthy Living" zum „In"-Verlag (seit 2008 Joint Venture mit Klambt) wirft Fragen auf - und ein erstes Licht auf wohl bevorstehende Umbauten und Einschnitte bei G+J. Ausgangspunkt entsprechender Deutungen ist das interne Dekret von G+J-Chef Bernd Buchholz von Mitte Juni, wonach künftig jeder Titel bei konstanter Qualität zu deutlich niedrigeren Kosten produziert werden müsse; Magazine, bei denen das nicht funktioniere, könnten eingestellt oder verkauft werden. Und es war nie ein Geheimnis, dass damit unter anderem „Healthy Living" gemeint war. Der 2005 gelaunchte Titel ist zwar kein Flop - doch Auflagen und Werbeerlöse blieben unter den Erwartungen. Und vor allem unter dem Niveau, das nötig wäre, um den Titel in den Kostenstrukturen des einst erfolgsverwöhnten und in einzelnen Bereichen eher vollschlank als schlank aufgestellten Großverlags G+J rentabel zu produzieren: „Healthy Living" schreibt nach wie vor rote Zahlen, und G+J insgesamt muss in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro einsparen, davon ein Drittel in Deutschland.

Fragt sich nur, wie das Sparen bei der Abschiebung von „Healthy Living" zum „In"-Joint-Venture, an dem G+J mit 50,1 Prozent die knappe Mehrheit hält, funktioniert. Bei G+J spricht man von „effizienten Strukturen" im Joint Venture. Ob damit (aus Mitarbeitersicht) schlechtere Vertragskonditionen gemeint sind, ob Mitarbeiter von G+J zum „In"-Verlag wechseln oder ob „Healthy Living"-Stellen ganz gestrichen werden, weil sie beim Joint Venture bereits vorhanden sind - alles unklar. Ein G+J-Sprecher macht hierzu keine näheren Angaben und führt lediglich „Synergien auf Redaktions- und Verlagsseite" an. Bei dem Betriebsübergang gebe es keine Beschäftigungsgarantien. Eine Unklarheit indes räumt der Verlag aus: G+J Media Sales werde das Gesundheitsmagazin - ebenso wie den ehemaligen reinen Klambt-Titel „In" - weiterhin vermarkten. rp
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